Eigentlich sollte es nur ein gemütlicher Treff der Hamburger Öko-Elite werden. Am Dienstag kamen wieder 70 Persönlichkeiten ins Rathaus, um über Nachhaltigkeit zu diskutieren – doch beim sechsten Treffen des „N-Klub“ im Restaurant „Parlament“ ging es heiß her wie nie. Der Grund: „Extra 3“-Moderator Tobi Schlegl. In einer Wutrede rechnete der Gastgeber mit der Politik ab. Und ließ kein gutes Haar an der Klimaschutz-PR des Senats.
„Hamburg hat den Titel der EU-Umwelthauptstadt 2011 nicht verdient!“, so Schlegl. Die Politik brüste sich viel zu gern mit diesem Titel, packe aber die Probleme nicht an. „Ich stelle mir Fragen, solche wie: Warum brennen noch nicht alle Lichter in den Behörden mit Öko-Strom? Warum bauen wir eine Stadtbahn, rüsten aber nicht erstmal die HVV-Busse komplett auf Wasserstoff um? Und warum lässt die Umweltsenatorin den N-Klub links liegen?“
Da entglitten GAL-Landeschefin Katharina Fegebank die Gesichtszüge. Denn ihre Parteikollegin Anja Hajduk ließ sich seit dem ersten Treffen nicht mehr beim „N-Klub“ blicken. Auch diesmal sagte sie ab. „Die politischen Lage und ihr voller Terminkalender ließen leider nichts anderes zu“, so ein Sprecher.
Dabei hätte sich die Senatorin Tipps von den Öko-Experten holen können. „Herr Schlegl hat Recht, es gibt viel zu tun“, sagt etwa Robert Werner, Chef von Greenpeace Energy. „Die Möglichkeiten sind da: Mit besserer Altbausanierung, mit mehr Kleinwindkraftanlagen, mit einem Ausbau der Solarenergie. Das ist eine Frage des politischen Willens.“
Andere wie die Designerin Mechthild Schilmöller fordern, dass der Senat einen runden Tisch für die Umwelt schafft.
Die Aktivisten des „N-Klub“ werden darauf nicht warten. Sie wollen bis zum nächsten Treffen im November gemeinsam daran weiterarbeiten, dass Hamburg wirklich grüner wird. (hei)