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Woody Allen

Whatever Works

Die Story: Der gescheiterte New Yorker Physik-Professor Boris Yellnikoff, ein paranoider Pessimist und Menschenfeind, hält sich selbst für ein Genie und alle anderen für Volltrottel. Da stolpert die fidele Ausreißerin Melody in sein Leben: blond und blutjung, herzig und gutherzig, unbedarft und unterbelichtet. Das Dummchen und der Klugscheißer werden wider Erwarten ein Paar und führen eine glückliche Beziehung - bis eines Tages Melodys bigotte, spießige Mutter vor der Tür steht ...



Die Schauspieler: Schade, dass Woody Allen die Hauptrolle nicht selbst übernommen hat. Denn im Gegensatz zu ihm agiert "Seinfeld"-Autor Larry David vor der Filmkamera reichlich verkrampft und ohne Charme - als Boris ist er einfach nur ein unansehnlicher, zynischer Stinkstiefel. Dafür können die beiden Damen umso mehr brillieren: Evan Rachel Wood, der smarte und reife Jungstar, der zuletzt als Filmtochter von Mickey Rourke in "The Wrestler" berührte, verkörpert das einfältige Südstaaten-Landei Melody mit hinreißender Anmut und Würde. Und als Melodys Mutter, die von einer prüden Frömmlerin zur frivolen Künstlerin mutiert, gibt Patricia Clarkson ("Married Life") dem Affen Zucker - und verteidigt damit ihren Thron als Königin des Independent-Kinos.



Der Autor und Regisseur: Nach drei Filmen in England (darunter "Match Point") und einem in Spanien ("Vicky Cristina Barcelona") ist der notorische Neurosenkavalier Woody Allen mit diesem lebensfrohen Lustspiel in seine Heimat New York zurückgekehrt. Leider hat er dort nur ein Drehbuch ausgegraben, das seit 1977 in seiner Schublade lag und dem man den Staub aus drei Jahrzehnten anmerkt. Die besten Ideen daraus hat er schon in "Geliebte Aphrodite" und "Harry außer sich" verwurstet und jetzt einfach noch mal aufgewärmt. So wirkt diese muntere Töpfchen-findet-Deckelchen-Parade nicht so frisch und prickelnd wie Allens jüngster Barcelona-Ausflug. Immerhin finden sich in Boris' endlosen Hass-Monologen neben diversen abgestandenen Gags auch einige wirklich witzige Sprüche. Und das ist immer noch mehr, als man von den meisten anderen Kinofilmen behaupten kann.



Fazit: Altmodische Beziehungs-Burleske ohne Woody Allen, aber mit zwei wunderbaren Hauptdarstellerinnen.

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Datum:  3.12.2009
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