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Winterhude

Sperren gegen Falschparker: Das Labyrinth der sinnlosen Bügel

Die Poller an der Sierichstraße

Was soll das denn? Anwohner und Geschäftsleute an der Sierichstraße (Winterhude) sind seit Dienstag auf Zinne. Dort, wo in den vergangenen Jahren Autos parken konnten, hat der Bezirk Nord labyrinthartig 13 (!) Fahrradbügel aufgestellt. „Völlig verrückt“, meint Philip Zimmermanns (32), dessen Mutter an der Sierichstraße einen Frisörsalon betreibt.



Das Echo der Anlieger auf die „Gaga-Maßnahme“ reicht von Empörung bis Sarkasmus. „Mal davon abgesehen, dass die Poller absolut hässlich aussehen und man das Einheitsbild vor den anderen Häusern hätte beibehalten sollen, helfen die Dinger niemandem“, klagt Juliane Breuer (32).



Im Gegenteil. Gerade abends, wenn in der Gegend um jeden Parkplatz gerungen werden muss, bot sich die Fläche zwischen zwei Gehwegen als letze Chance. Sechs Fahrzeuge konnten dort abgestellt werden. Die haben niemanden behindert, betonen die Anlieger.



Ist an der Sierichstraße also der Fahrradboom ausgebrochen, oder waren die abgestellten Autos der Stadt ein Dorn im Auge? Peter Hansen vom Bezirk Nord sagt: „Das ist eine Baumaßnahme zur Förderung des Radverkehrs. Es gibt dort jetzt 26 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Im Sommer steht dort alles voll, und die Leute haben die Möglichkeit, die Geschäfte mit dem Rad anzufahren.“ Universitäre Zustände im noblen Winterhude? Ein Anwohner frotzelt: „Der Trend geht hier eher zum Drittwagen.“ Hansen gibt schließlich zu: „Die Maßnahme ist dort auch bewusst durchgeführt worden. Das ist eine Nebenfläche, die nicht zum Parken zugelassen ist. Die Autos haben zum Teil die Gehwegplatten beschädigt.“



Im Rahmen des „1000-Bügel-Programms“ der Stadt beantragte der Bezirk die Poller. Ein Fahrradbügel kostet rund 250 Euro, das gesamte städtische Programm umfasst rund 500000 Euro. „In diesem Fall sind die Fahrradfahrer im Vorteil“, sagt Bezirkssprecher Hansen.



Die Anwohner aber fallen vom Glauben ab. Sie haben ein Beschwerdeschreiben verfasst. Juliane Breuer: „Manchmal frage ich mich, was in den Köpfen von solchen Entscheidungsträgern vorgeht.“



ERIK TRÜMPLER/RÜDIGER GAERTNER





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Datum:  12.3.2010
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