Die Privatisierungspolitik des CDU-Senats erweist sich immer mehr als Katastrophe. Jetzt kommt raus: Die Stadt muss nicht nur für rund 1800 Asklepios-Beschäftigte einen neuen Arbeitsplatz finden. Auch 1000 Mitarbeiter des ehemaligen Landesbetriebs "pflegen & wohnen - heute Angestellte der Vitanas-Gruppe aus Berlin - könnten sich auf ihr Rückkehrrecht berufen! "Bis jetzt haben davon zwar nur 100 Gebrauch gemacht", sagt Angelika Detsch (52), stellvertretende ver.di-Chefin. "Allerdings läuft hier die Frist erst am 1. Oktober ab."
Anfang des Jahres hatte Vitanas zwölf städtische Pflegeheime mit 1600 Mitarbeitern und 2800 Bewohnern für 65 Millionen Euro übernommen. Kommt es zu einem Exodus beim Personal, droht nach Ansicht von Angelika Detsch ein Chaos: "Da ganze Abteilungen geschlossen gehen wollen, wird im letzten Quartal des Jahres die Arbeit kaum noch aufrechtzuerhalten sein. Hochqualifiziertes Personal wie examinierte Altenpfleger lassen sich nicht über Nacht ersetzen."
Dagegen sieht der Chef der Vitanas-Pflegeheime, Dr. Michael Bohn, keine Gefahr für den Betriebsablauf. "Wenn uns alle 1000 Mitarbeiter wegbrechen würden, wäre das tatsächlich so. Aber soweit wird es nicht kommen."
Angelika Detsch von ver.di sieht in der enormen Arbeitsbelastung den Hauptgrund dafür, dass viele Mitarbeiter Vitanas den Rücken kehren wollen: "Schon jetzt hat Personalabbau dazu geführt, dass die verbliebenen Kollegen immer mehr arbeiten müssen."
Anders als bei den Askplepios-Rückkehrern ist es im Fall Vitanas nicht die Stadt selbst, die für die rückkehrwilligen Mitarbeiter eine neue Beschäftigung finden muss. In der Pflicht steht vielmehr derjenige Teil des ehemaligen Landesbetriebs "pflegen & wohnen", der immer noch staatlich ist und unter dem Namen "fördern & wohnen" (derzeit 600 Beschäftigte) weiter existiert. Das Dilemma dabei: Für Altenpfleger hat dieses Unternehmen überhaupt keine Verwendung.
Jasmin Eisenhut, Sprecherin der Sozialbehörde, sagte, dass noch nicht klar ist, was mit den Vitanas-Rückkehrern geschehen wird. SPD-Sozialexperte Dirk Kienscherf will den Fall zum Anlass nehmen für eine Anfrage an den Senat.
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