Die Story: Rancher Dan Evans (Christian Bale) steht vor dem Ruin. Außerdem droht sein ältester Sohn die Achtung vor ihm zu verlieren. Da bietet sich ihm die Gelegenheit, 200 Dollar zu verdienen: Er erklärt sich bereit, den berüchtigten Banditen Ben Wade (Russell Crowe) mit einer Handvoll Männer zu einer drei Tagesritte entfernten Bahnstation zu bringen, wo ein Gefangenenzug nach Yuma abfährt. Der Auftrag entpuppt sich als Himmelfahrtskommando. Wades Leute machen Evans & Co. die Hölle heiß, und der Gefangene selbst will sich auch nicht einfach seinem Schicksal fügen.
Die Schauspieler: In "American Gangster" bewegte sich Russell Crowe als unbestechlicher Cop zuletzt noch diesseits des Gesetzes. Hier gibt er brillant den charismatischen Outlaw: Wade ist skrupellos, gerissen und überheblich, kann Frauen gegenüber aber auch verdammt charmant sein und entwickelt vor seinem (von Christian Bale adäquat verkörperten) prinzipientreuen Hauptgegenspieler Evans sogar Respekt.
Der Regisseur: Präsentierte sich "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" eher ätherisch, kommt bei James Mangolds Remake von Delmer Daves "Zähl bis drei und bete" (1957) echtes Western-Feeling auf. Der "Walk the Line"-Regisseur hält sich eng ans Original - das wiederum auf einer Kurzgeschichte Elmore Leonards beruhte - hat es aber mit ein paar Mitteln des modernen Action-Kinos aufgepeppt und um einige oft mit Schießereien verbundene Konfliktherde bereichert. Doch das Herzstück des Films ist wie schon in Daves' Version das äußerst spannende Charakterduell zwischen dem Desperado und dem moralisch integren Rancher. Einziges Manko gegenüber der Vorlage ist das von Michael Brandt und Derek Haas umgeschriebene Ende, das nicht wirklich schlüssig ist.
Fazit: Trotz des etwas vergeigten Finales ein würdiger Vertreter des Genres.
Dan Evans (Christian Bale, r.) versucht, Ben Wades Bande zu vertreiben.