Jagd auf die „Verräter“ Nach der Kritik an Jantosch wird jetzt intern ermittelt – mit speziellen Methoden Werner Jantosch auf Tauchstation. Auch zwei Tage nach der MOPO-Veröffentlichung eines Brandbriefes kritischer Polizeiführer über seinen autoritären Führungsstil gab der Polizeipräsident kein Statement ab. Doch hinter den Kulissen ist der 59-Jährige umso agiler: Die Jagd auf die "Nestbeschmutzer“ und "Verräter" ist eröffnet.
Statt sich sachlich mit der Kritik seiner Leute auseinanderzusetzen, hatte Jantosch bereits gestern per interner Mail die Parole ausgegeben, dass die Schreiber des Brandbriefs dem Ansehen der Polizei "enorm geschadet" hätten.
Beamte aus dem engeren Führungszirkel versuchen nun mit allen Tricks herauszubekommen welche hochrangigen Beamten zu den Verfassern des Brandbriefes zählen. Sogar über fingierte Anrufe bei "Verdächtigen" wird gemunkelt. Gleichzeitig fordert Jantosch Kritiker zum "offenen Gespräch, zum Dialog" auf.
Den suchte jetzt Uwe Koßel, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), doch Jantosch verweigerte jedes Gespräch mit dem Gewerkschaftler. Koßel: "Wir wollen Dialog und Selbstreflexion als demokratischen Prozess, der innerhalb der Polizei selbstverständlich sein sollte. Wenn sich Polizisten über das Verhalten der Polizeiführung anonym äußern müssen, dann ist das ein schlechtes Zeichen." Kritik dürfe nicht unterdrückt werden, so Koßel.
Ähnlich äußerte sich Renate Schneider, Innenexpertin der Linken: "Die oberste Polizeiführung schweigt und Herr Ahlhaus hat nichts zu sagen. Ich fordere den Innensenator auf, sich der Kritik aus den Reihen der Polizei zu stellen."