Das Thema: Für die Brüder Alexander und Thomas Huber kann "Speed" bedeuten, 1000 Meter in zweieinhalb Stunden zurückzulegen. Das ist die Zeit, in der sie die senkrecht in die Höhe ragende Granitwand des El Capitan im kalifornischen Yosemite Valley bezwingen wollen. Der Rekord steht bei zwei Stunden und 48 Minuten. Zum Vergleich: Selbst geübte Seilschaften brauchen für die Extrem-Klettertour normalerweise drei bis fünf Tage.
Der Regisseur: Für den letzten Teil seiner Sport-Trilogie (nach "Heimspiel", 1999, und "Höllenfahrt", 2004) konzentriert sich Pepe Danquart vor allem auf zwei Versuche der "Huberbuam", den Hochgeschwindigkeits-Kletterrekord am El Capitan zu brechen. Dafür scheute er keinen logistischen Aufwand, platzierte seine Kameraleute an strategischen Positionen am Fels. Die Belohnung sind ebenso atemberaubende wie schwindelerregende Bilder. Quasi hautnah ist man dabei, wenn das Duo hochkonzentriert der Schwerkraft trotzt und für sich die Grenzen des physisch Machbaren auslotet. Doch der Regisseur porträtiert die Hubers mitnichten als Supermänner auf dem Weg nach oben. Bei ihren bergsteigerischen Unternehmungen ist ein Scheitern immer mit einkalkuliert. Interessante Einblicke in die Psyche der Brüder, die als Team so gut funktionieren, lassen eine gewisse Rivalität erkennen und geben Aufschluss darüber, was sie zu stets neuen Höchstleistungen antreibt. Dabei geht es unter anderem um die Selbstvertrauen fördernde Überwindung von Ängsten und den damit verbundenen Kick. Doch letztlich sind die beiden - wie viele andere auch - bloß Getriebene. Wenn der Berg ruft, verhallt das halt nicht bei jedem ungehört.
Fazit: Sport-Doku mit faszinierenden Bildern, die beim Zuschauer allerdings Schwindelfreiheit voraussetzen.