Knöllchenschreiben im Akkord, damit Geld in die Staatskasse kommt - diesen Marschbefehl haben jetzt die Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) in Altona bekommen. Schriftlich teilten ihnen ihre Chef mit, dass sie ab sofort eine monatliche "Sollvorgabe" zu erfüllen hätten.
Hintergrund des "Marschbefehls" an die Knöllchenschreiber ist ein "Defizit" von 12.000 Euro. Der BOD Altona hatte im vergangenen Jahr sein Knöllchen-Soll um genau diese Summe verfehlt. Alle anderen Bezirke hätten dagegen "vorbildlich" ihre Strafzettel für Parksünder verteilt. Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamts Altona zur MOPO: "Faktisch war es so,dass die anderen Bezirke Altona mitfinanziert haben. Wir hinkten hinterher".
Hintergrund ist, dass die Bezirklichen Ordnungsdienste sich selbst finanzieren sollen. Mindestens 10.000 Euro sollen die Altonaer Knöllchenschreiber monatlich einnehmen. BOD-Chef Thomas R. in einem Schreiben an seine Leute: "Sie sind clever genug, um auszurechnen, was damit als Sollvorgabe von jedem einzelnen Kollegen im Außendienst zu erwarten ist"! Der leitende Beamte kündigt an, dass jeder einzelne Mitarbeiter eine monatliche Sollvorgabe bekommt, die kontrolliert wird.
Außerdem regt er an, dass sich seine Leute weniger mit Kneipen-Kontrollen oder Bürgerbeschwerden befassen sollen. Stattdessen sollten sie lieber Parksünder jagen.
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