Der Schreyerring in Steilshoop. Inmitten der kargen Plattenbauten lebten Kai S. (18) und Kurt S. (48) Tür an Tür. Doch von friedlicher Nachbarschaft keine Spur: Kai S. erstach den Mann von nebenan mit einem Küchenmesser - weil dieser Kinderpornos besaß.
Sein Nachbar sei ihm schon immer komisch vorgekommen, sagte Kai S. in seiner Vernehmung. Schon länger habe er den Verdacht gehegt, der 48-Jährige sei pädophil. Dann, Anfang Februar, will der Lagerist-Azubi seinen Nachbarn dabei beobachtet haben, wie dieser sich im Flur auf einer Kamera Kinderpornos angeguckt hat. Daraufhin habe er ihm die Kamera aus der Hand gerissen und Anzeige erstattet.
Am vergangenen Freitag durchsuchte die Polizei die Wohnung des 48-Jährigen - und fand allerhand "einschlägiges Beweismaterial". Die Beamten gehen allerdings davon aus, dass der "schwer geistig behinderte" Mann die Bilder lediglich besessen und nicht selbst aufgenommen hat.
Damit hatte Kai S. hatte eigentlich das erreicht, was er wollte: die Polizei auf die Fährte seines pädophilen Nachbarn zu bringen. Aber dann eskalierte der Streit.
In der Nacht zu Montag gingen die beiden Männer gemeinsam mit Kais Freundin Christina W. (17) am Steilshooper "Appelhoffweiher" entlang. Dort stellte Kai sein späteres Opfer zur Rede. Als Kurt S. sagte, er könne wegen seiner Behinderung ohnehin nicht strafrechtlich belangt werden, rastete Kai aus: Mehrfach stach er mit einem Küchenmesser auf den 48-Jährigen ein. Kurt S. verblutete qualvoll am Ufer (MOPO berichtete gestern).
Auf die Spur von Kai S. kamen die Beamten nur durch Zufall: Ein Polizeibeamter hatte die drei Menschen am Weiher beobachtet und den Vorfall der Mordkommission gemeldet.
Kai S. hat die Tat gestanden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Seine Freundin hat mit dem Tod von Kurt S. offenbar nichts zu tun.
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