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WAREN DIE SCHICKSALS-SCHLÄGE ZU VIEL FÜR DEN EX-SENATOR?

Mario Mettbach wollte sich das Leben nehmen

Er hat beruflich alles verloren, obendrein verließ ihn auch das private Glück - seine 23 Jahre jüngere Lebensgefährtin Claudia Häde. Das war offenbar zuviel für Mario Mettbach. Der Ex-Bausenator (früher Schill-Partei, jetzt CDU) wollte sich in seiner Wohnung das Leben nehmen. Doch sein Selbstmordversuch, nach MOPO-Infos nicht der erste innerhalb weniger Monate, scheiterte. Die gute Nachricht: Der 54-Jährige lebt, wird jetzt im Krankenhaus wieder aufgepäppelt.



Rückblende: Mettbach hatte Donnerstagabend gegen 20.53 Uhr selbst die Feuerwehr alarmiert. Als die Retter am Einsatzort eintrafen, war der ehemalige Politiker noch bei Bewusstsein. Mettbach hatte 80 Schlaftabletten genommen. Zudem versuchte er sich die Pulsadern aufzuschneiden. Mit einem Rettungswagen kam der Verletzte ins AK Harburg - vermutlich in die Psychiatrie.



Am Tag nach der Tragödie war die MOPO gestern vor Ort. Umgeben von völlig heruntergekommenen Betonklötzen wohnt Mettbach direkt an einer Hauptverkehrsstraße in Hausbruch. Er hat eine große Wohnung im ersten Stock eines Backsteinhauses. Die Nachbarwohnung wird derzeit renoviert, unter ihm lebt ein junges Paar. Der Mann: "Wir haben nichts mitbekommen."



Jetzt rätselt das politische Hamburg: Wie ist es zu erklären, dass Mettbach sich etwas antun konnte? CDU-Landeschef Dirk Fischer, der den Parteien-Hopper 2005 wieder mit offenen Armen in den Schoß der CDU aufnahm, glaubt: "Das ist ein Akt der persönlichen Verzweiflung." Ansonsten: Kein Kommentar, schon gar nicht aus dem Rathaus. Fakt ist: Politisch ist Mettbach erledigt. Als im vorigen Jahr seine Kontakte zum dubiosen Osmani-Clan aufflogen, wurde der Ex-Berufsoffizier praktisch über Nacht zur Unperson. In diese Zeit fällt auch Mettbachs erster Selbstmordversuch - mit einer Überdosis Tabletten. Damals fand ihn sein Sohn gerade noch rechtzeitig.



Doch das Elend ging weiter: Der Senat ließ Mettbach, der kurz zuvor noch als Logistikbeauftragter der Stadt angeheuert wurde, wegen seiner Osmani-Kantakte wie eine heiße Kartoffel fallen. So verlor der 54-Jährige, dessen Bezüge als Ex-Bausenator damals gerade ausgelaufen waren, postwendend seinen gut dotierten Beraterjob bei der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF). Seitdem herrscht Funkstille, auch in der CDU ist Mettbach isoliert.



Frühere Weggefährten wie Ex-Innensenator Dirk Nockemann (Zentrumspartei) verwundert das nicht: "Mettbach ist stets eigene Wege gegangen. Häufig kam es deshalb zu Streit." Gleichwohl sei Mettbach im persönlichen Umgang fair, betont Nockemann. Er vermutet: "Die Tat hängt sicher mit der Diskussion um Mettbachs Person und sein Verhältnis zu Osmani zusammen. Wenn jeder, der Kontakt zu Osmani gehabt hat, sich umbringen würde, hätte Hamburg bald einige prominente Politiker und Geschäftsleute weniger."

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Datum:  6.1.2007
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen