Anschlag auf einen Sklavenhändler: Die umstrittene Büste von Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) am Wandsbeker Marktplatz wurde am Sonnabend mit roter Farbe übergossen (MOPO am Sonntag berichtete). Eine neue Dimension im Denkmal-Streit, der die Hamburger seit dem Sommer beschäftigt.
Rückblick: Am 10. September begann der Zoff. Bezirksamtsleiter Gerhard Fuchs (CDU) und Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) weihten im Puvogel-Garten drei Bronze-Plastiken ein. Eine zeigt Schimmelmann. Der war einst Wohltäter für Wandsbek, aber auch einer der größten Sklavenhalter seiner Zeit. Eine emotionale Diskussion folgte. Zunächst ketteten sich Mitglieder der GAL ans Denkmal, später forderten Vertreter der "Black Community", eines Zusammenschlusses afrikanischer Initiativen, den Abriss der Büste. Ohne Erfolg. Die CDU entschied: Das Denkmal bleibt.
Bevor am Sonnabend 30 Vertreter der "Black Community" am Denkmal demonstrierten, hatten Unbekannte bereits rotgesehen. Sie bespritzen die Büste mit Lackfarbe.
Viele fragen sich nun: Was geschieht mit dem befleckten Schimmelmann? CDU-Fraktionschef Eckard Graage spricht sich für den Erhalt der Büste aus. "Die Beseitigung würde nur dazu führen, dass in wenigen Monaten niemand mehr über Schimmelmanns Taten redet." SPD-Chef Thomas Ritzenhoff verurteilt die Farbattacke: "Das ist kein Mittel politischer Diskussion." Olaf Duge von der GAL: "Vor dem Hintergrund, wie in Wandsbek mit Menschen umgegangen wird, kann ich die Tat verstehen. Wir fordern weiter, dass die Büste weg muss." Man werde die Botschaften der von Schimmelmanns Taten betroffenen Staaten über den Denkmal-Streit informieren.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?