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WANDSBEK

Ein Denkmal für den Sklavenhändler

Wieso stellt man im 21. Jahrhundert einem Sklavenhändler ein neues Denkmal auf? In Wandsbek sorgt eine schicke Bronzeplastik am Marktplatz für Riesen-Ärger. Die GAL schäumt, Politiker sprechen von einem Alleingang des Bezirksamtsleiters Gerhard Fuchs.



Vor einer Woche wurden im Puvogel-Garten drei Plastiken eingeweiht. Sie zeigen Heinrich Rantzau, der 1568 die Wandesburg errichtete, Astronom



Tycho Brahe, der dort lebte, und Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782), der 1762 dem dänischen König das Gut Wandsbek abkaufte.



An Schimmelmann scheiden sich die Geister. In Wandsbek machte er sich als Wohltäter einen Namen. Unter seiner Ägide erlebte der Ort einen gewaltigen Aufschwung.



Doch die dunkle Seite des Grafen überschattet die jüngste Ehrung. Den größten Teil seines Vermögens bescherte ihm der Menschenhandel. Nicht nur, dass auf seinen Plantagen in der Karibik mehr als 1000 Sklaven arbeiteten und er damit zu einem der größten Sklavenhalter seiner Zeit wurde, Schimmelmann beteiligte sich auch aktiv am Handel. Zumeist charterte er in Kopenhagen Schiffe, die er mit Waren wie Schnaps und Gewehren füllte. An der westafrikanischen Küste tauschte er das Frachtgut gegen Sklaven ein. Diese verkaufte er anschließend in der Karibik. Sein Lohn: Zucker und Baumwolle. Das Geschäft eines Sklavenhändlers.



Die GAL kann es nicht fassen. "Es verlangt ja keiner, dass das jahrhundertalte Schimmelmann-Mausoleum abgerissen werden soll. Aber diesem Mann in der heutigen Zeit ein neues Denkmal zu setzen, ist absurd", klagt der Fraktionsvorsitzende Olaf Duge. Der Kreisvorsitzende Vasco Schultz wettert: "Das unendliche Leid, das er aus rein egoistischem Profitstreben über hunderttausende Menschen brachte, verbietet jede weitere Ehrung." Im Alleingang habe Fuchs die Statue dort aufstellen lassen.



Der Bezirksamtsleiter verteidigt sein Vorgehen. Man sei sich bewusst, dass die Person nicht unkritisch gesehen werden dürfe. Dass Schimmelmann unter anderem durch den Sklavenhandel sein Geld verdient hat, sei deshalb auch auf einer Infotafel aufgeführt. "Aber wir ehren mit den neuen Plastiken nicht Schimmelmann, sondern drei tragende Herren der Wandsbeker Geschichte." Man müsse die Plastik im Kontext sehen. Auch die Kritik eines Alleingangs weist er vehement zurück. "Die Idee ist bereits vor langer Zeit öffentlich gemacht worden. Aber selbst bei der Einweihung mit der Kultursenatorin Karin von Welck und mir hat sich die GAL einfach nur weggeduckt."

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Datum:  18.9.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen