Fanfest auf dem Heiligengeistfeld: 70000 feierten am Freitag ausgelassen, während nur 400 Meter entfernt eine 12-Jährige um ihr Leben kämpfte: Ein Sexualverbrecher hatte das Kind vom Fest in die Wallanlagen gelockt und beinahe erwürgt.
Tina (Name von der Red. geändert) hatte sich so auf die Mega-Fete gefreut: Im Deutschland-Trikot und mit schwarz-rot-goldenem Tuch stand sie mit ihren Eltern mitten in der Menge. Noch vor Beginn des Spiels Deutschland - Argentinien wollte die Schülerin Getränke holen. An einem Stand kam sie mit einem etwa 30 Jahre alten Mann ins Gespräch. Er sagte: "Darf ich dir etwas ausgeben?" Die 12-Jährige, die etwas älter wirkt, willigte ein. Weil er angeblich noch zu einem Bankautomaten müsse, lockte er das Kind Richtung Sievekingplatz. In einem dichten Gebüsch in den Wallanlagen am Ziviljustizgebäude fiel der Verbrecher über sein Opfer her, missbrauchte es. Tina schrie panisch um Hilfe, doch niemand hörte ihre Schreie. Der Täter wollte sie zum Schweigen bringen, würgte das Mädchen. Erst als die 12-Jährige um ihr Leben bettelte, ließ der Mann von ihr ab und flüchtete. Die Schülerin konnte eine Joggerin ansprechen, die mit ihr zu einer Polizeistreife ging. Eine Sofortfahndung blieb ohne Erfolg.
Jetzt braucht die Kripo (Tel.42865-6789) Hinweise aus der Bevölkerung. Der Täter ist vermutlich Deutscher, etwa 180 Zentimeter groß und Brillenträger. Er hat einen Bauchansatz, trug Jeans und ein blau-weiß gestreiftes Hemd.
Vermutlich heißt der Gesuchte "Andreas" - er hatte Tina kurz seinen Ausweis gezeigt, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Doch das Mädchen konnte nur den Vornamen erkennen.