Ungewöhnlicher Protest am Gänsemarkt: Während Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag ihre Wahlkampfrede abspult, wird sie immer wieder von "Yeaahh"-Rufen unterbrochen. Fast wäre Merkels Rede im ironisch gemeinten Dauergejubel eines Flashmobs untergegangen.
Rund 2000 Menschen drängen sich vor der Bühne, als die Bundeskanzlerin ihre Rede beginnt. Einige Zuschauer jubeln, halten orangefarbene "Angie"-Schilder hoch. Doch da stehen auch Leute, die keine Fans der Kanzlerin sind. Sie begrüßen Merkel mit einem Pfeifkonzert. Und es kommt noch dicker: In jeder Pause, hinter jedem Punkt der Kanzlerin schmettern sie ein lang gezogenes "Yeaahh".
Die Protestler gehören zu einem Flashmob. Sie haben sich im Internet zu diesem witzigen Protest verabredet. Mit ihrem lautstarken "Yeaahh" wirbeln sie jetzt die Veranstaltung kräftig durcheinander.
Hintergrund dieser Aktion ist ein Schnappschuss, den ein Nutzer des Bilderdiensts Flickr am 11. September ins Internet stellte: Auf dem Bild ist ein Plakat mit Angela Merkel zu sehen. Neben den Schriftzug "Die Kanzlerin kommt" hat ein Unbekannter mit schwarzem Filzschreiber geschrieben: "Und Alle so: Yeaahh". Über Blogs und Twitter verbreitet sich das Bild im Netz. Am Freitag rufen dann rund drei Dutzend Flashmobber auf dem Gänsemarkt "Yeah!".
Und die Kanzlerin? Die lässt sich von den Zwischenrufen nicht aus der Ruhe bringen, zieht ihre Rede durch. Nach einer halben Stunde ist sie fertig, und der Flashmob löst sich auf.
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