Kinshasa/Nairobi - Nach dem Sieg von Amtsinhaber Joseph Kabila bei der Präsidentschaftswahl im Kongo sind die befürchteten Unruhen zunächst ausgeblieben.
«Die Lage in der Stadt ist ruhig, wir fahren ganz normal Patrouille», sagte der Sprecher der EU-Mission im Kongo, Peter Fuss, am Donnerstag in Kinshasa. Die politischen Gespräche der vergangenen Tage hätten dazu geführt, dass es nicht zu Gewaltausbrüchen gekommen sei. Die UN-Truppen verstärkten die Präsenz der Blauhelmsoldaten in der Stadt.
Nach Augenzeugenberichten lieferten sich allerdings jugendliche Anhänger des Wahlverlierers Jean-Pierre Bemba Auseinandersetzungen mit der Polizei und bewarfen Autos mit Steinen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.
Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses am Mittwochabend war es in mehreren Städten im Osten des Landes zu Jubeldemonstrationen für Kabila gekommen. Kabila, der mit 58 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt worden war, rief seine Landsleute zu Ruhe und Disziplin auf. Bemba wollte sich später am Donnerstag öffentlich zu dem Ergebnis äußern. Er hatte bei der Stichwahl am 29. Oktober 42 Prozent der Stimmen bekommen.
Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Weltbank forderten die Politiker des zentralafrikanischen Landes auf, das Wahlergebnis anzuerkennen. EU-Chefdiplomat Javier Solana appellierte an Kabila und Bemba, «sich zusammen zu tun und ohne Zeitverzögerung dazu beizutragen, die Demokratische Republik Kongo und ihr Volk wieder auf einen Weg zum Wohlstand zu bringen». Die EU sei zur Hilfe bei der «ungeheuren Aufgabe» des Wiederaufbaus bereit. Bemba sei auf Grund seines guten Abschneidens «einer der unumgänglichen politischen Akteure für die Zukunft des Kongos».
Das Ergebnis muss noch vom Obersten Gericht bestätigt werden. Bemba hatte zuvor mehrere Beschwerden wegen angeblichen Wahlbetrugs eingelegt. Internationale Beobachter hatten die Wahl als weitgehend frei und fair bezeichnet.