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Janukowitsch liegt bei Ukraine-Wahl knapp vorn

Kiew - Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine zeichnet sich ein knapper Sieg für den pro-russischen Oppositionsführer Viktor Janukowitsch ab. Der Wahlverlierer der demokratischen Revolution von 2004 kam auf 48,5 Prozent der Stimmen, nachdem mehr als 90 Prozent der Wahlzettel ausgezählt waren.

Damit verringerte sich Janukowitschs Vorsprung gegenüber seiner Rivalin, der pro-westlichen Regierungschefin Julia Timoschenko, auf unter drei Prozentpunkte. Das teilte die Wahlkommission in Kiew am Montag mit. Janukowitsch hatte sich nach der Abstimmung am Sonntag zum Sieger der Stichwahl erklärt.

Timoschenko, die Heldin der Orangenen Revolution von 2004, kam kurz vor Ende der Auszählung auf 45,9 Prozent der Stimmen, 4,5 Prozent der Wähler stimmten «Gegen alle». Die Regierungschefin warf Janukowitsch wie vor fünf Jahren Wahlfälschung vor. «Wir werden um jede Stimme kämpfen», sagte sie. Es wird erwartet, dass die 49-Jährige bei einer knappen Niederlage das Ergebnis anficht. Sie warnte am Wahlabend vor voreiligen Schlüssen aus den Prognosen, die den 59- jährigen Janukowitsch als Sieger gesehen hatten.

Der NATO-Gegner Janukowitsch hatte sich auch 2004 zum Sieger erklärt. Er verlor damals aber nach einem Skandal um Wahlfälschung und Massenprotesten der Orangenen Revolution die Wiederholung der Abstimmung gegen Viktor Juschtschenko. Der Amtsinhaber hatte im ersten Wahlgang Mitte Januar wegen seiner anti-russischen Politik und gebrochener Reformversprechen eine schwere Niederlage erlitten.

Inzwischen trauen auch westliche Experten dem vor fünf Jahren noch geschmähten Janukowitsch den Ausweg aus der Krise des Landes am ehesten zu. Die Wahlen in der Ex-Sowjetrepublik gelten als frei.

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Datum:  8.2.2010
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