Brutalität im Straßenverkehr: Weil ein Autofahrer seinen Wagen an einer Ampel "abgewürgt" hatte, rasteten drei junge Männer aus, schlugen und traten den Mann. Gestern war Prozessauftakt vor dem Amtsgericht St. Georg.
Nichtiger Anlass für den Gewaltausbruch: Am 4. März 2007 gegen 13.30 Uhr stand der Wagen des Opfers vor dem aufgemotzten Passat der Angeklagten an der Ampel an der Horner Landstraße. Als er bei Grün nicht gleich losfuhr, schoss den drei jungen Männern das Testosteron zu Kopf, man gestikulierte wild, fuhr neben den "abgewürgten" Wagen. Dessen Fahrer hat die drei dann wohl mit einer obszönen Geste bedacht, die drei und er stiegen jeweils aus ihren Wagen.
"Wir Ausländer mögen es nicht, wenn man uns den Stinkefinger zeigt", erklärte der Wortführer der drei, Yüksel B. (27), gestern dem Richter. Ein Zeuge (68) schildert den Wutausbruch: "Die sind zu dritt auf den los, traten ihn zu Boden, schlugen weiter. Der Mann wollte weg, da sind sie hinterher." Als der Rentner mit seinem Handy die Polizei holen wollte, sprang Yüksel B. (27) ihm gegen den Rücken, sodass das Telefon zu Bruch ging.
Wortführer Yüksel B., Gel im Haar, aufgeknöpftes Hemd, versucht, die Attacke gegen den Autofahrer zu erklären: "Ich konnte in der Situation nicht weiterfahren. Ich hab den in die Beine getreten, und der ist gleich auf den Hintern gefallen."
Obwohl drei Zeugen aussagen, dass alle drei Angeklagten traten und schlugen, bestreiten Yüksels Mitfahrer jede Schuld - und zeigen leichte Rechenschwächen: "Ich hau doch keinen alten Mann", sagt Eren Y. (23), "der war über 35. Das könnte mein Vater sein. Oder mein Opa." Fortsetzung am 13. März. Dann soll das Opfer aussagen. Der Mann ist gestern trotz Ladung nicht vor Gericht erschienen.
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