Versteckt unter einem Teppich im Wohnmobil entdeckte der Zoll im April 2009 Kokain mit einem Marktwert von weit mehr als fünf Millionen Euro - das entspricht der Menge, die der Zoll sonst in einem Jahr aus dem Verkehr zieht. Seit gestern muss sich ein 47 Jahre alter Weltenbummler wegen des Rekordfundes vor dem Landgericht verantworten. Er war durch Südamerika gereist und hatte sich sein Gefährt per Schiffscontainer nach Deutschland schicken lassen. Er ist unbestraft und schweigt vor Gericht.
Wie und warum der gelernte Agrartechniker auf seiner Reise durch Südamerika mit derart professionell hergestellten Drogen in Kontakt kam, kann nur vermutet werden. Der Mann reiste offenbar seit Jahren durch die Welt und hatte keinen festen Wohnsitz mehr in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er letztlich als "Strohmann" für Hintermänner aus dem Bereich des organisierten Verbrechens handelte.
Das Kokain war so hochkonzentriert, dass man daraus 180 Kilo Koks hätte machen können. Kilopreis: bis zu 30000 Euro. Während der Kontrolle war der mutmaßliche Groß-Dealer anwesend, hatte aber bis zuletzt nicht mit der Entdeckung des Verstecks gerechnet, sagte ein Sprecher des Zolls. Der Mann habe keine Nervosität gezeigt. "Das war schon ungewöhnlich." Dem bisher unbescholtenen Mann drohen nun zehn bis 15 Jahre Haft.