Er stammt aus gutbürgerlichem Elternhaus, hat als Bankkaufmann bei der Haspa gearbeitet, später studiert – und stürzte nach einer nicht bestandenen Mathe-Prüfung total ab: jahrelange Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Depressionen. Gestern stand Hartz-IV-Empfänger Thorsten Sch. (44) vor dem Amtsgericht Blankenese: In seiner Wohnung hatte die Polizei massenhaft Kinderpornos gefunden.
Der alkoholkranke Mann räumte die Vorwürfe sofort ein. 877 DVDs und CDs hatten die Ermittler aus seiner Rissener Wohnung getragen, darauf hochgerechnet fast 26000 Bilder von missbrauchten Kindern. Außerdem stellten die Fahnder rund vier Stunden Videomaterial sicher, alles penibel archiviert.
Thorsten Sch. hatte das Material zwischen März 2007 und November 2008 über die illegale Tauschbörse „eMule“ aus dem Netz geladen. Den ersten Kinderporno habe er „versehentlich“ erwischt, behauptet der sichtlich beschämte Angeklagte: „Ich wollte eigentlich ,Asterix der Gallier’ haben, und dann war da ein Kinderporno drin.“
Die Richterin verurteilt den bislang unbestraften Thorsten Sch. zu einem Jahr und drei Monaten Haft zur Bewährung wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials.
Strafmildernd wurde berücksichtigt, wie leicht der Erwerb über die Internetbörse ist. Strafschärfend allerdings wirkte die hohe Zahl der Bilder und das zum Teil extrem junge Alter der Missbrauchsopfer. Bewährungsauflage: Thorsten Sch. muss eine Sexualtherapie sowie einen Alkoholentzug machen.