Wenn die Programmwerbung der Privatsender immer penetranter wird, dann steht Weihnachten vor der Tür. Doch das eigentliche TV-Highlight über die Feiertage braucht keinerlei Werbung und lockt dennoch Jahr für Jahr Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Die Rede ist von dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".
Der Streifen aus dem Jahr 1973 hat längst Kultstatus erreicht, was sowohl für die kleinen Fernsehzuschauer gilt, als auch für jene, die mit dem Film quasi erwachsen wurden. Im Internet widmet sich eine private Seite diesem Märchenfilm und klärt die letzten Rätsel über dessen Entstehung, die Drehorte und Darsteller auf. Außerdem führt das Webangebot von Kathrin Richter (32) aus Meschede (NRW) Fans aus ganz Deutschland zusammen. Sogar Aschenbrödel-Partys werden gefeiert. Zu Weihnachten steigt die Nutzerzahl von www.dreihasel nuessefueraschenbroedel.de um das Zehnfache an (siehe Interview).
Egal ob alt oder jung, Frau oder Mann, arm oder reich - die Begeisterung für den Film zieht sich durch die gesamte Bevölkerung. Ja sogar Ostler und Westler sind sich in diesem Falle einig. Kein Wunder, der Film läuft seit über 30 Jahren mehrfach im Weihnachtsprogramm der ARD, ein Ende ist nicht abzusehen. Der berühmte Kinderfilm entstand in Koproduktion des tschechischen Studios Barrandov und der DEFA der DDR. In der CSSR hatte der Film im November des gleichen Jahres Premiere, in der DDR lief er knapp ein halbes Jahr später im Kino an und in der Bundesrepublik wurde er zu Weihnachten 1975 das erste Mal in der ARD ausgestrahlt. Als Drehort wählten die Filmmacher unter anderem das malerische Schloss Moritzburg bei Dresden aus, das zu den großen Sehenswürdigkeiten der Sachsenmetropole gehört.
Was macht den sagenhaften Erfolg dieses Films aus? Am Budget, mit dem der Streifen entstand, liegt es sicher nicht, denn das war, verglichen mit heutigen Produktionen, ärmlich. Nein, es ist wohl diese seltene Mischung aus einer gelungenen Interpretation des Grimm'schen Märchens, Karel Svobodas eingängiger Filmmusik, zauberhafter Kulissen und Drehorte, schauspielerischem Können und einem Happy End, das zwar bekannt, aber hinreißend inszeniert ist.
"Der Film ist einfach klasse, er ist halt schön", so bestätigt es auch Kathrin Richter, die seit fünf Jahren ihre liebevoll gestaltete Fanpage betreibt. Hier erfährt der Surfer alles über den Film, er kann sich über jeden einzelnen Schauspieler und die Probleme bei den Dreharbeiten informieren. Im Forum treffen sich all die vielen Freunde des Films und spinnen die Geschichte um Aschenbrödel weiter. Denn so schön der Film auch ist, nach anderthalb Stunden ist er nun mal zu Ende. Der Fankult um die "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" wird wohl immer weitergehen.
Es ist Winter: Aschenbrödel lebt auf einem Gutshof und muss als Dienstmagd schuften
Als der König ein Fest gibt, fährt nur ihre Stiefschwester samt Mutter (r.) aufs Schloss
Drei Zaubernüsse ...
... verhelfen Aschenbrödel (l.) dennoch zu einem Treffen mit dem Prinzen (r.)
Dem Königssohn entschwindet sie im Lauf des Films, hinterlässt aber ihren Schuh ...
... zu dem der Prinz am Ende den richtigen Fuß findet
Drehort in Sachsen: Das barocke Schloss Moritzburg, nördlich von Dresden, diente im Film als Eigenheim für das Königspaar, Aschenbrödels zukünftige "Schwiegereltern" (r.). Die romantische Anlage zieht jährlich tausende Touristen an, unter ihnen viele Filmfans
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?