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Krötensterben am Gift-Tümpel

Langsam schleppen sich die Erdkröten an Land. Sie quaken jämmerlich. Innerhalb von Minuten blähen sich die Tiere bis auf die dreieinhalbfache Größe ihres normalen Körperumfangs auf - bis sie regelrecht explodieren. Dieses Horrorszenario spielt sich derzeit an einem Tümpel an der Stadionstraße (Bahrenfeld) ab. An welcher Krankheit die Tiere leiden, ist nicht klar. Jetzt schlägt das Bezirksamt Altona Alarm: Es besteht Seuchengefahr! Die Behörde warnt: Gehen Sie nicht in die Nähe des Rückhaltebeckens! Lassen Sie Ihre Hunde nicht frei herumlaufen! Weit mehr als 1000 Erdkröten sind bereits qualvoll verendet.

Am Sonntag riefen Spaziergänger beim Naturschutzbund (Nabu) Altona an. Sie meldeten einen grausigen Fund: Überall um den Tümpel herum lagen die aufgeplatzten Kröten. "Es war ein schrecklicher Anblick", sagt Werner Smolnik (58) vom Nabu. Er alarmierte sofort das Bezirksamt Altona. Heidi Mayerhöfer (46), Fachbiologin (zuständig für die Gewässeraufsicht): "Es ist grausam. Die Erdkröten platzen auf, die Eingeweide quellen heraus. Doch die Tiere sind nicht sofort tot. Sie kämpfen noch minutenlang."

Das Hygiene-Institut hat Proben des Wassers und dutzende tote Tiere mitgenommen. Es wird eine bakterielle Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse werden Anfang kommender Woche erwartet. "Wir wissen absolut noch nicht, welche Krankheit die Tiere haben. So etwas hatten wir noch nie", sagt Janne Klöpper (45), Sprecherin des Instituts. Am Sonnabend kommt extra ein Amphibienspezialist aus Berlin, um sich die Tiere anzusehen.

Smolnik vermutet eine Bakterieninfektion, die alle Reptilien und Amphibien befallen kann. "Sogar eine Gefahr für den Menschen kann nicht ausgeschlossen werden", sagt er. Heidi Mayerhöfer hingegen meint: "Menschen sind nicht gefährdet."

Gestern wurde das Rückhaltebecken mit Flatterband abgesperrt. "Betreten der angrenzenden Flächen verboten" steht auf Schildern. Bisher sind nur die Kröten im Tümpel an der Stadionstraße betroffen. Doch die Experten rechnen damit, dass sich die Krankheit schnell ausbreitet. Das Bezirksamt Altona bittet Zeugen um Hinweise an Tel. 428112069.

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Datum:  8.4.2005
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