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Volksinitiative "Wir wollen lernen"

Kämpfen fürs "alte" Gymnasium

Ab 2010 sollen Hamburgs Grundschüler sechs Jahre lang gemeinsam unterrichtet werden - in der Primarschule. Diesen Plänen von Schwarz-Grün hat die Volksinitiative "Wir wollen lernen" den Kampf angesagt. Seit gestern sammelt sie Unterschriften. "150 Unterstützer sind in allen Stadtteilen unterwegs", sagt Walter Scheuerl, einer der Initiatoren der Initiative und Elternrat vom Gymnasium Hochrad. Kommen innerhalb des nächsten halben Jahres 10000 Unterschriften zusammen, muss die Bürgerschaft sich mit dem Thema befassen.



Die Eltern fürchten um die optimale individuelle Förderung ihrer Kinder, sie sei an den Grundschulen nicht zu leisten. Sie fühlen sich insbesondere von der CDU betrogen, denn die hatte versichert, die Gymnasien zu schützen und zu erhalten. Doch Marino Freistedt, Schulexperte der CDU, gibt sich gelassen. "Wir haben die Gymnasien erhalten, indem wir einen Kompromiss eingegangen sind." Schließlich habe die GAL neun Jahre gemeinsamen Unterricht gewollt.



Er empfindet die Volksinitiative nicht als feindlich. "Die Eltern engagieren sich für ihre Kinder, etwas Besseres können wir uns nicht wünschen." Nun müsse Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit alle an einem Strang ziehen.



Er will aber nicht von der sechsjährigen Grundschule abrücken. "Unsere Gymnasien müssen keine Angst haben, sie haben die Kreativität, sich auf Neuerungen einzustellen." Gymnasien mit starkem Musikzweig könnten ihre Lehrer ja in die Grundschulen schicken, um dort die Begeisterung für Musik zu wecken. Da müsse niemand Sorge haben, dass sein Musikprofil verloren gehe.



Freistedt betont, dass die Schulen ja nicht allein dastehen mit den Veränderungen in Klasse fünf und sechs. "Wir stellen finanzielle Mittel bereit und machen Fortbildungen, damit die Schulen nicht selbst Programme entwickeln müssen." Denn dort sei die Belastung eh schon sehr hoch.



Aus Sicht von Freistedt stehe man zwischen Feuer und Wasser. Auf der einen Seite die Eltern, die eine Aufteilung der Kinder nach Klasse vier wünschen. Auf der anderen Seite Eltern, die Kinder erst nach Klasse neun trennen wollen.

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Datum:  22.5.2008
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