Schwamm drüber! Das ist die Microsoft-Devise beim Start von Windows 7. Bloß schnell vergessen, den gerade mal zwei Jahre alten Vorgänger Vista. Denn den mochte keiner, den wollte keiner, der war ein Flop - technisch und auch kommerziell.
Umso größer die Erwartungen an den Nachfolger. Vorbestellungen von Windows 7 waren auf Rekordhöhe, besonders Unverdrossene froren zum Verkaufsstart mitten in der Nacht vor Technikmärkten.
Microsoft hat endlich aus den eigenen Fehlern gelernt: Eine Beta-Version von Windows 7 wurde monatelang von Kunden getestet - und die meldeten ans Unternehmen, was nicht rund lief. Früher lief das anders: Microsoft tüftelte im stillen Kämmerlein. Und was schiefging, badeten dann zahlende Kunden aus.
- Was ist neu bei Windows?
Auf den ersten Blick gar nicht so viel - zumindest, wenn man bisher Vista genutzt hat. Kosmetische Kleinigkeiten - und die Taskleiste ist nun noch cleverer. Doch unter der Haube wurde erheblich gearbeitet: Gegenüber dem üppigen Vista wurde die Software entschlackt, braucht nun weniger Speicher und Festplattenplatz, startet auch schneller. Der Kniff: Das Riesenpaket wurde in einzelne Module zerlegt - nun startet nur noch, was man wirklich gerade braucht.
- Welche Versionen gibt es?
Im Laden stehen drei Alternativen: Home Premium (Vollversion 199,99/Upgrade 119,99 Euro ) hat an sich alles, was man braucht. Professional (Vollversion 309/Upgrade 285 Euro) simuliert älteren Programmen zusätzlich einen Windows XP-Modus und hilft bei kleineren Firmennetzwerken. Ultimate (Vollversion 319/Upgrade 299 Euro) kommt mit Verschlüsselungssoftware. Studenten mit Ausweis zahlen für eine Version zum Herunterladen nur 35 Euro.
- Wer braucht Windows 7?
In erster Linie werden genervte Vista-Kunden aufrüsten wollen. XP-Nutzer sollten sich die Umrüstung wegen der aufwendigen Installation ganz genau überlegen - zumal XP in den meisten Fällen sauber und stabil läuft. Und so furchtbar bahnbrechend sind die ganzen Neuerungen von Windows 7 nun auch wieder nicht.
- Verträgt mein Rechner das neue Windows?
Einfache Faustregel: Wo das acht Jahre alte XP problemlos läuft, macht auch Windows 7 Freude.
- Wie läuft das Upgrade?
Höchst unterschiedlich: Vista-Nutzer starten einfach das Upgrade. Alle Daten und Anwendungen bleiben heil und unversehrt. Viel problematischer ist die Sache für XP-Nutzer. Ihnen steht eine komplette Neuinstallation bevor. Was heißt: Alles muss runter, alle Daten müssen gesichert werden. Windows 7 startet auf dem Rechner ganz von vorn. Also lieber mal einen freien Tag für die Aktion einplanen. Und wichtig: Vorher nachgucken, ob man für all die lieb gewonnenen Programme noch die Installationssoftware und Schlüssel finden kann. Immerhin: Fürs Daten-Backup und die Neuinstallation hat Microsoft ein kostenloses Hilfsprogramm bereitgestellt: Windows Easy Transfer.
- Verträgt sich Windows 7 mit meinen Programmen?
An sich ja - und notfalls läuft zumindest bei "Professional" eine simulierte XP-Version mit. Aber Vorsicht bei "itunes": Die Software nicht deinstallieren, auch wenn das angezeigt wird! Lieber aufs "itunes"-Update warten. Denn hier versteckt sich ein Programmfehler.
- Wie sicher ist Windows 7?
Genauso so sicher wie Vista. Nur nervten dort die permanenten Nachfragen. Auch hier hat Microsoft gelernt, sorgt für Ruhe. Das hat seinen Preis: Die Sicherheit ist bei der Auslieferung eine Stufe niedriger eingestellt als bei Vista. Wer den Regler hochschiebt, begegnet wieder den störenden Fragen - wenn auch seltener als zuvor.
- Und? Soll ich's nun kaufen?
Nun ja, für Vista-Nutzer ist das sicher sinnvoll - und so ein Upgrade zum aktuellen Schnäppchenpreis ist auch finanziell zu verschmerzen. Doch für XP-Nutzer ist der Aufwand viel zu groß. Außerdem läuft dieses Betriebssystem im Normalfall ja rund. Hier empfiehlt sich der ganze Wirbel nur bei einer Generalüberholung des Rechners. Aber natürlich ab jetzt bei jedem PC-Neukauf drauf achten: zu Rechnern greifen, die Windows 7 an Bord haben!