Ein Mann, tausend Rollen: Ob im Bademantel als Imbissbuden-Philosoph ("Dittsche"), ob mit Schmalztolle als Italo-Proll (für "Media Markt") oder -°"Ja gutt, äh ..." - als perfekter Beckenbauer-Parodist. Olli Dittrich weiß zu brillieren. Und ist dabei fast immer zum Brüllen komisch. Doch jetzt macht das musikalische Multitalent der Comedy-Szene für einen Moment Schluss mit lustig. Denn mit dem Solo-Album "11 Richtige" präsentiert sich der 51-Jährige ausnahmsweise mal - als er selbst! Und schon die Cover-Fotos überraschen: Im Anzug und ohne Komiker-Maskerade kann der Mann ja richtig gut aussehen!
Fast ein Jahr lang feilte Dittrich an seinem opulent produzierten Werk (erscheint am 17. Oktober), schrieb so gut wie alle Songs selbst. Südamerikanischer Mariachi-Sound, orientalische Streicher, Sixties-Schlagerstil und Chansons sind zu hören. Dazu singt der Hamburger über Liebesfrust ("Wirklich schade"), Traumfrauen ("Du bist die Sonne"), verkorkste Ehen ("Kein Wort wahr") oder den Charme des Sohnes ("Kleines Herz"). Für Olli erfüllt sich mit dem Album ein Traum. 60 Orchestermusiker spielten die Songs ein. "Dieser Klang ist nicht zu schlagen", schwärmt Dittrich, der schon in den 80er und 90er Jahren mehr als 250 Lieder, u.a. für James Last und "Die Prinzen" komponierte. Danach musizierte er im Quatsch-Duo "Die Doofen", landete mit "Mief!" auf Platz eins und stürmte auch mit "Texas Lightning" die Chartspitze.
Solo und ohne Ironie bekommt man Olli aber erst jetzt zu hören. Auch mit melancholischen Melodien. "Ich finde traurige Lieder manchmal ganz wundervoll." Und so singt der Comedy-König auch ganz ernst über die Liebe ("Unsere Gedanken"), über die es seiner Meinung aber gar nicht viel zu sagen gibt. Denn: " Das Schönste, was einem in der Liebe passieren kann, ist, dass man einfach mal die Klappe hält. Dass man etwas so schönes miteinander erlebt, dass Worte überflüssig sind."