Beim NEC Nijmegen ist Erik Langedijk eigentlich für die seriösen Dinge zuständig. Er kümmert sich um das Geschäftliche, sorgt dafür, dass Sponsoren an Bord kommen, um den 13-Millionen-Euro-Etat zu füttern. Vor dem Spiel gegen den HSV mutierte der 46-Jährige zum Sänger und Texter, kreierte eine DVD mit einem Song, der in der niederländischen 162000-Einwohner-Stadt zum großen Gassenhauer taugt: "Mit Daan neur der Reeperbahn." Nur ein Beispiel dafür, dass sich Nijmegen vor dem Spiel gegen den HSV (heute, 20.45 Uhr) im Ausnahmezustand befindet.
Das Lied handelt grob davon, dass der Tabellenneunte der niederländischen Ehrendivision den HSV aus dem Rennen wirft und danach Hamburgs sündige Meile unsicher macht. Langedijk, karnevalsaffiner Manager des Klubs mit Künstlernamen Schele Daan (schielender Daan) verrät: "Das Lied wird nicht nur vor der Partie im Stadion gespielt. Ich trete damit schon am Nachmittag in einem Festzelt in der Innenstadt auf." Eine Textzeile: "Schade ist es ja für Martin Jol, er streicht sich über seinen kahlen Kopf. Wir sind die Sieger auf dem Feld, wir sind die Besten auf der Welt."
Ein UEFA-Cup-Kick als Riesen-Gaudi. NEC-Coach Mario Been reagiert dezent amüsiert auf das bisweilen absurde Geschehen rund um den Kick. "Wir beschäftigen uns nicht großartig damit." Pläne, nach einem möglichen Achtelfinal-Einzug kommende Woche seine Spieler auf den Kiez zu schicken, dementiert er mit einem Schmunzeln: "Meine Spieler gehen alle früh ins Bett."Nijmegen außer Rand und Band. Gleich hinter dem Ortsschild wird die Drittrundenpartie auf großen Lettern angekündigt, Schals zum Spiel verkaufen sich bestens. Die Zeitung "de Gelderlander" widmet dem Kick eine 30-seitige Beilage. Mittelfeldspieler Bas Sibum betont: "Man spürt es überall in der Stadt, dass es ein historisches Spiel werden wird." Been ergänzt: "Das ist etwas ganz Großes für NEC."