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VATTENFALL

Kunden laufen weg

Jetzt laufen Vattenfall die Kunden weg. Offenbar empört über die Unfähigkeit des Konzerns, das AKW Krümmel auf sichere Weise zu betreiben, wollen immer mehr Bürger zu anderen Anbietern wechseln. So verzeichnet die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg drei Mal so viele Anfragen wie üblich. "Die Anrufer wollen wissen, wie man den Anbieter wechselt und zu wem die Reise gehen soll", sagt VZ-Geschäftsführer Günter Hörmann.



Er rät, zu einem konzernunabhängigen Ökostromanbieter zu wechseln. "Das ist gut für den Klimaschutz und den Wettbewerb auf dem Strommarkt." Wer etwas für den Umweltschutz tun wolle, sollte einen Anbieter wählen, der ausschließlich Strom aus erneuerbarer Energie bezieht: Bei EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom sei dies der Fall, so die VZ.



Derweil wächst auch der politische Druck auf den Konzern. Denn nach all den Pannen, der Heimlichtuerei und Schlamperei musste Vattenfall nun einräumen, dass im Reaktorkessel vor dem Wiederanfahren am 19. Juni Metallsplitter entdeckt wurden, die dann möglicherweise ein Brennelement beschädigten (MOPO berichtete). Auch GAL-Umweltsenatorin Anja Hajduk, die sich bislang aus Koalitionsräson bedeckt gehalten hat, platzt inzwischen der Kragen: "Angesichts der immer größer werdenden Probleme in Krümmel ist es schwer vorstellbar, dass der Meiler wieder ans Netz gehen soll", so Hajduk zur MOPO. Und so fordern immer mehr Politiker das sofortige Aus, während der Konzern die knapp 80 000 Brennstäbe im skandalträchtigen Kraftwerk Krümmel überprüft. SPD-Fraktionschef Michael Neumann meint: "Krümmel liefert fast täglich neue Nachrichten, die einem Angst machen. Dass Bürgermeister Ole von Beust erst nichts sagt und dann Vattenfall eine weitere Chance gibt, wird niemand verstehen. Krümmel muss vom Netz." Und die Linkspartei fordert, dass die Stadt Hamburg aus allen Verträgen wie Strombelieferung und Umweltpartnerschaft mit Vattenfall aussteigen müsse. "Bei diesen katastrophalen Fakten liegt auf der Hand: Der Schrottreaktor gehört endgültig geschlossen", so die Fraktionschefin der Linken, Dora Heyenn.



Selbst in der Bundes-CDU rumort es. Generalsekretär Ronald Pofalla äußerte gestern in Berlin, das Unternehmen habe sich "nicht mit Ruhm bekleckert". Vattenfall selbst will die Analyse der Brennstäbe bis spätestens Ende der Woche abgeschlossen haben.

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Datum:  14.7.2009
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