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VAN NISTELROOY

HSV: Du bleibst hier, Amigo!

Schalke - HSV

Die Spanier sind schon da. Sie kamen im Zehnerpack an den Volkspark – zwei Kameraleute, vier Fotografen und vier schreibende Reporter. Doch als Ruud van Nistelrooy am Sonntagvormittag mit Sohnemann Lian (2) den Trainingstrakt der Arena verlies, entlockten sie ihm nur ein einziges Wort: "Tschüs!"



Gleiches wurde der Niederländer gern auch in Kürze dem HSV mitteilen. Doch da hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht.



Van Nistelrooy will weg. Sofort! Ab zu Real Madrid, dem Klub seines Herzens. Doch der HSV schiebt den Riegel vor und bleibt (bislang) knallhart. Du bleibst hier, Amigo – so und nicht anders lautet die Botschaft.



"Es gibt keine Möglichkeit, dass er geht", bekräftigt Sportchef Bastian Reinhardt. "Ich habe noch nicht mit Ruud geredet, aber die Entscheidung steht: Er wird bleiben." Und weiter: "Es interessiert mich auch nicht, ob Madrid zu Verhandlungen hierher kommt. Die Antwort bleibt gleich: Er muss seinen Vertrag erfüllen."



Das Ende aller Wechselspielchen? Aus van Nistelrooys Sicht gewiss nicht. Denn er scheint sich nicht mehr Kontrolle zu haben. Vor neun Tagen, nach dem 4:2-Testsieg gegen Ajax, telefonierte er nach MOPO-Informationen vier Stunden lang mit Reals Trainer José Mourinho. Seitdem arbeitete es in ihm.



Schon vor dem Spiel auf Schalke soll es dann zum Eklat gekommen sein. Laut "Voetball International" soll der Torjäger versucht haben, den HSV zu erpressen: "Wenn ihr mich nicht gehen lasst, spiele ich nie wieder für den HSV!" Doch er spielte. Und traf in der 53. Minute zum entscheidenden 1:0. Nicht zum letzten Mal – sagt der HSV. Weil er keine andere Wahl hat.



Die Sachlage ist klar. Madrid will keine Ablöse zahlen, van Nistelrooy als Backup für Karim Benzema verpflichten. Doch selbst wenn Real ein paar Millionen zahlen würde, weiß HSV-Trainer Armin Veh: "In 14 Tagen können wir keinen Ersatz finden, der diese Klasse hat!"



Van Nistelrooys Weggang – nichts Anderes als ein "no go". Der HSV braucht seine Tore, ansonsten würde er seine sportlichen Ziele massiv gefährden. Guerrero und Petric sind nicht fit, Son, Ben-Hatira, Choupo-Moting und Torun bislang nur Talente. Van Nistelrooy ist unersetzbar. Das wissen alle Entscheidungsträger. Und keiner besser als Klubboss Bernd Hoffmann, dessen Zukunft am seidenen Faden hängt.



So spricht alles dafür, dass der HSV eine Linie durchzieht, die auch schon Rafael van der Vaart im Sommer 2007 zu spüren bekam. Van Nistelrooy aber wird für einen Transfer kämpfen – vehement, wie ein Bär.



Für den HSV spricht, dass der Superstar letztlich dazu verdammt ist, weiter Leistung zu bringen. Er kann sich nicht hängen lassen. Denn sein großes Ziel ist die EM 2012. Um weiter im holländischen Kader zu stehen, braucht er Treffer. Egal wo. Zur Not eben beim HSV.



Was aber denken seine Kollegen? "Ich möchte nicht in seiner Haut stecken", meint Frank Rost. "Ich kann schon verstehen, dass er seine Karriere gern bei Real beenden würde." Kapitän Heiko Westermann aber betont: "Wir brauchen Ruud, das haben wir ja jetzt wieder gesehen. Ich hoffe, er bleibt."



Er muss. "Bei aller Liebe und bei allem Respekt für seine Gefühle – ihn einfach gehen zu lassen, das kann unser Präsident nicht machen", meint Veh. Der HSV kämpft. Selbst Madrids Generaldirektor Jorge Valdano hat erkannt: "Das mit van Nistelrooy wird sehr schwierig." So oder so – dem HSV stehen frostige Tage bevor.

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Datum:  17.1.2011
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