Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) hat am Dienstag die Planungen für das Möbelhaus in Altona an sich gezogen. Damit wird der Bürgerentscheid der Ikea-Gegner ausgehebelt. Die kündigten prompt Widerstand an. Wie geht's jetzt weiter?
Genehmigungen: Schnellstmöglich soll der Abriss des Frappant-Gebäudes und ein Neubau genehmigt werden. Dafür richtete die Behörde eine "Ikea-Arbeitsgruppe" ein. Die Ikea-Gegner lehnen das Verfahren ab: "Bürgerbegehren, die der Senatsmeinung entsprechen, werden durchgewunken, unliebsame abgeblockt. Das ist undemokratisch."
Zeitplan: Ikea hofft, Ende Mai den Abriss zu starten. Der dauert vier bis fünf Monate. Für den Neubau werden 18 Monate veranschlagt. Eröffnung soll im Herbst 2012 sein.
Architektur: Wird der graue Frappant-Klotz durch einen blau-gelben Ikea-Klotz ersetzt? "Vor dem Sommer wird es keine konkreten architektonischen Pläne geben", sagt Ikea-Sprecherin Simone Settergren.
Verkehr: Die Baubehörde plant, die Genehmigung mit Auflagen für ein Verkehrskonzept zu erlassen. Ikea will mit Befürwortern und Gegnern "eine gute Lösung für alle Beteiligten finden", so Settergren.
130 Künstler besetzen das Gebäude. Muss geräumt werden? Den Künstlern wurden Räume in der nahen Viktoria-Kaserne angeboten - aber nur für ein Jahr. Derzeit laufen Verhandlungen. "Wir können noch nicht sagen, ob wir freiwillig gehen", sagte eine Sprecherin der Künstler. Modedesignerin Katrine (28) kündigte bereits an: "Ich kette mich auch gerne an die Tür."
Wird es auch in Zukunft Demokratie-Chaos mit mehreren Bürgerentscheiden geben? Die GAL plant eine Gesetzesänderung. Gegenläufige Bürgerentscheide sollen in einem zusammengefasst werden.