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Umfrage: Pauli beliebter als Stoiber

Berlin/München - Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber ist nach einer aktuellen Umfrage klarer Favorit für die Nachfolge Edmund Stoibers als CSU-Chef.

Einer zweiten Umfrage zufolge hat die beim Parteitag in einer Woche als chancenlos geltende Fürther Landrätin Gabriele Pauli mittlerweile den scheidenden Stoiber an Beliebtheit überrundet. Das teilte der Radiosender Antenne Bayern mit, der die Umfrage des Münchner Instituts für Marktforschung (mifm) in Auftrag gab. Beide repräsentativen Erhebungen mit jeweils rund 1000 Befragten wurden vor Paulis neuem Vorschlag einer Ehe auf Zeit durchgeführt.

Bei den CSU-Wählern führt Huber laut Forsa-Institut mit 48 Prozent vor Parteivize Horst Seehofer (31 Prozent) und Pauli (20 Prozent), wie die Münchner «Abendzeitung» am Freitag als Auftraggeber mitteilte.

Pauli gestand am Freitag im ARD-«Morgenmagazin» ein, ihren Vorstoß für die Einführung einer Ehe auf Zeit vom Kabarettisten Erwin Pelzig übernommen zu haben. «Das ist seine Idee gewesen.» Pelzig verpacke sehr fortschrittliche Gedanken in «diese bayerische Art».

Das Münchner Institut mifm ermittelte einen Sympathiewert von 54 Prozent für Pauli. Stoiber kam auf 52 Prozent. Forsa ermittelte, dass 70 Prozent der bayerischen Wähler den Rückzug Stoibers aus der Politik befürworten.

Manche CSU-Politiker überlegen mittlerweile, ob Pauli auf dem Parteitag am kommenden Wochenende nicht am besten mit Nichtachtung gestraft werden sollte. «Frau Pauli hat in dieser Woche gezeigt, dass sie nicht einmal einen Buhruf wert ist», sagte der schwäbische CSU- Bezirkschef Markus Ferber in München. «Die Partei wird in ihrer ganz großen Mehrheit nicht gewillt sein, sich durch Eitelkeiten einer Kandidatin dauerhaft in den Boulevard reißen zu lassen.» Am Montag will der CSU-Vorstand das Prozedere für den Parteitag festlegen. Daran wird voraussichtlich auch Pauli teilnehmen.

Die CSU liegt eine Woche vor dem Parteitag und dem Abschied von Stoiber in der Gunst der bayerischen Wähler weit über der 50-Prozent-Marke. Nach der Forsa-Umfrage käme die Partei bei einer Landtagswahl derzeit auf 57 Prozent, einen Prozentpunkt weniger als im Juli. Die SPD käme demnach bei einer Landtagswahl derzeit auf 19 Prozent, die Grünen auf 9 Prozent. Auch bei einer Bundestagswahl würde die CSU derzeit mit 52 Prozent mehr als die Hälfte der Stimmen erzielen.

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Datum:  21.9.2007
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