Na hoppla - was ist denn da in Bremen los? Zwei Tage vor dem Hammer-Derby in Hamburg gibt es Ärger im Paradies. Die wundervolle Werder-Welt ist spätestens nach dem "Park-Skandal" um die angeblich verletzten Diego und Özil (MOPO berichtete) aus den Fugen geraten. Vorm Rückspiel um die Teilnahme am UEFA-Cup-Finale verschärfte sich der Ton der Verantwortlichen zusehends - gestern kam's zur Explosion. Der stets um Besonnenheit bemühte Trainer Schaaf rastete aus.
Sie hatten so schön versucht, den fröhlichen Freizeit-Kick ihrer Stars Mesut Özil und Diego unter der Decke zu halten. Aber weil es einfach zu viele Zeugen gab, die die beiden Mittelfeld-Zauberer am Sonntag beim Fußballspielen auf der Sportanlage Oberneuland beobachtet hatten (Werder verlor am selben Tag in Köln), half alles nichts mehr. Einmal ertappt, giftete Schaaf die um Aufklärung ersuchenden Journalisten mit erhobener Stimme an: "Sind sie gesprintet? Haben sie Zweikämpfe geführt?" Die Antwort eines Augenzeugen: Nein, aber sie bolzten eine Stunde lang munter mit - in gegnerischen Teams! Schaaf außer sich vor Wut: "Ich bin verärgert, wie ich gefragt werde."
Während Werders Mediendirektor Tino Polster Özils Lüge ("Da war ich ganz sicher nicht") höchstpersönlich aufdeckte ("Es ging um eine Art Charity-Aktion von Diego. Und er hat Mesut gefragt, ob der mitmacht"), geriet der Öffentlichkeitsarbeiter bei der Aufklärung des Sachverhalts in Erklärungsnöte. "Es ging darum, dass Kinder Bilder von Mesut und Diego machen konnten." Etliche Augenzeugen berichten, dass Fotos ausdrücklich unerwünscht waren.
Nur zu verständlich, dass die Abstiegskonkurrenten der Kölner sich über die Bremer Personal-Scharaden nicht gerade königlich amüsieren. Beim HSV ist das anders. "Das nimmt man mit einem Schmunzeln zur Kenntnis", sagt Mladen Petric. "Jeder weiß doch, dass die nicht verletzt sind", beurteilt HSV-Kapitän David Jarolim die Bremer Albernheiten.
Die Psychospielchen vor Episode III der Schlacht um die Macht im Norden - der HSV strahlt Ruhe aus, bei Werder ist mächtig Feuer unterm Dach. Und der Eindruck, dass es inzwischen die Bremer sind, denen gehörig der Stift geht, erhärtet sich.