Es ist das Reizthema schlechthin, die große Unbekannte vor dem heutigen UEFA-Cup-Kick des HSV bei NEC Nijmegen: der Rasen im 12500 Zuschauer fassenden Goffertstadion. "Dieser Platz ist eine Katastrophe", moserte Joris Mathijsen bereits vor der Abfahrt in die Niederlande. Die MOPO machte den Praxistest. Fazit: einzelne Grashalme umgeben von Matsch. Das wird ein ganz dreckiges Spiel!
Im Nieselregen trafen die HSV-Profis gestern im Hotel "Scandic Sanadome" ein. Eine Wellnessoase. In der Lobby begegnet man Menschen in weißen Bademänteln, die sich auf Vordermann bringen wollen. Auch das Geläuf im Stadion hätte eine ausgedehnte Reha nötig. "Wir haben im Moment sicher nicht den besten Platz der Welt", gestand Trainer Mario Been süffisant.
Herzlich willkommen auf dem schlechtesten Acker des Landes. Über Vor- und Nachteile der Verhältnisse aber war man bei den Gastgebern unterschiedlicher Meinung. Kapitän Youssef El-Akchaoui betonte: "Wir versuchen immer, Fußball zu spielen. Das ist auf dem Boden aber nicht möglich. Der HSV sucht schnell den langen Ball auf Petric oder Olic. Deshalb sind sie im Vorteil." Zeit für Been, der den HSV gegen Bayern München und Arminia Bielefeld beobachten ließ ("Wir müssen zwei super Tage haben, um weiterzukommen"), einzugreifen. "Ich glaube, dass es für beide Teams ein Nachteil ist. Beide Mannschaften brauchen einen guten Platz, um Fußball zu spielen."
Der ist nicht vorhanden. Als Ausrede taugen darf die Wiese aber nicht. "Man muss halt mit den Möglichkeiten zurechtkommen", so Been. Schließlich geht es um den Einzug ins Achtelfinale. Girondins Bordeaux oder Galatasaray Istanbul warten. Ein Leckerbissen - vorher aber muss der HSV auf der Schlammwüste in Nijmegen bestehen. Martin Jol sagte: "Mit einem Unentschieden wäre ich zufrieden."