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Über 1200 Einstellungen: Von der Leyen lässt Minderjährige zur Bundeswehr

Um den Bedarf an Soldaten zu decken, schreibt die Bundeswehr gezielt auch Minderjährige an.

Um den Bedarf an Soldaten zu decken, schreibt die Bundeswehr gezielt auch Minderjährige an.

Foto:

IMAGO (Symbolbild)

Meinte sie das mit "Familienfreundlichkeit"?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen greift auch auf Minderjährige zurück, wenn es um die die Rekrutierung von Soldaten geht.

Einem Bericht der Rheinischen Post zufolge werden die jungen Menschen unter 18 sogar an der Waffe ausgebildet. Das bestätigte die Verteidigungsministerin auf Anfrage der Linken.

Allein im Jahr 2012 wurden danach 1216 freiwillig Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten unter 18 Jahren eingestellt.

Jugendliche ab 16 Jahren werden gezielt angeschrieben

Nach Angaben der Bundesregierung werden im großen Stil bereits 16-jährige Mädchen und Jungen angeschrieben und auch Bewerbungen von 16- und 17-Jährigen entgegengenommen.

Bis zur Mitte letzten Jahre hatten sich allein 48 Bewerber im Alter von 16 Jahren beim Bund beworben, die bereits an einer Tauglichkeitsuntersuchung teilgenommen hatten.

Verteidigungsministern von der Leyen muss sich harter Kritik stellen. Die Linken-Verteidigungsexpertin Katrin Kunert warf der Bundesregierung eine „Doppelmoral“ vor, da die weltweiten Bemühungen gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten unter deutscher Federführung stünden.

Der UN-Ausschuss für die Rechte der Kinder habe die Bundesregierung bereits 2008 aufgefordert, das Mindestrekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben, erklärte Kunert.

Angesichts von der Leyens Absicht, die Bundeswehr familienfreundlicher zu machen, meinte Kunert, der beste Schutz für Familien wäre, „Minderjährige nicht mehr für militärische Zwecke zu rekrutieren“.

Das Verteidigungsministerium verteidigt sich selbst

Weil die Entscheidung über den Berufswunsch nicht erst am 18. Geburtstag falle, seien „personalwerbliche Maßnahmen auch auf den Personenkreis der Jugendlichen abgestimmt“, heißt es in der Stellungnahme des Verteidigungsministeriums.

Dieser Umstand stelle in einer Gesellschaft, die von der frühen Reife und Mündigkeit ihrer Jugend überzeugt sei, „keine kritikwürdige Praxis“ dar.