Das Chaos um die Besetzung des höchsten Amtes an der Universität Hamburg ist beendet. Seit gestern offiziell: Dieter Lenzen (61), noch Leiter der Freien Universität Berlin, wird Präsident der Universität Hamburg. Der Wahl waren tagelange Proteste von Studenten gegen die Personalie und das Wahlverfahren vorausgegangen. Und es geht weiter: Sie haben angekündigt, dem neuen Uni-Chef einen heißen Empfang zu bereiten.
Nach dem turbulenten Donnerstag hüllten sich die Mitglieder des Akademischen Senats gestern den ganzen Tag in Schweigen. Kurz vor 17 Uhr traten sie im Audimax dann vor die Studenten und gaben bekannt, dass auch sie nach dem Hochschulrat dem Vorschlag der Findungskommission zugestimmt hatten: Es gab 14 "Ja", zwei "Nein" und eine Enthaltung.
Eigentlich sollte der als wirtschaftsnah und autoritär geltende Dieter Lenzen schon am Donnerstag gewählt werden. Doch die Studenten störten das Treffen im Audimax so lange, bis die Sitzung erst verlegt und dann unterbrochen wurde. "Wir werden Dieter Lenzen nicht als Präsidenten akzeptieren. Die Proteste am Donnerstag waren erst der Anfang", so ein Student gestern.
Albrecht Wagner, Leiter der Findungskommission: "Herr Lenzen hat in seiner Vorstellung seine Einschätzung des Potenzials der Universität und Ideen zur Weiterentwicklung überzeugend dargestellt." Dieter Lenzen ließ verlauten: "Ich bin außerordentlich beeindruckt von dem überwältigenden Ergebnis der Abstimmungen."
Nun treten der künftige Uni-Präsident und die Wissenschaftsbehörde in Vertragsverhandlungen. Erst danach wird feststehen, wann er sein Amt antreten wird.
(jk/dpa)
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