Bildung gehört zu den Prioritäten des Senats und wird von Sparmaßnahmen verschont - so legte sich Bürgermeister Ole von Beust in den vergangenen Monaten fest. Doch angesichts der Milliardenlöcher muss nun offenbar auch Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) Federn lassen.
In der Koalition werden verschiedene Szenarien diskutiert, wie im Bildungsressort gespart werden kann, ohne das schwarz-grüne Herzstück Schulreform zu gefährden. Ein Szenario ist laut "Welt" die Einsparung von Lehrerstellen in den Gymnasien. Da durch das Abitur nach zwölf Jahren Lehrerkapazitäten frei werden, könnten diese Stellen wegfallen, heißt es. Bis zu 300 Lehrer könnten so auf der Straße landen.
Die GAL hingegen verfolgt einen "schleichenden" Prozess, der ohne einen geschwungenen Sparhammer daherkommt: Lehrer, die in den Gymnasien in Rente gehen, werden einfach nicht ersetzt. Damit werde bereits ein Spareffekt erzielt, heißt es aus Koalitionskreisen. Einen kleinen Geldregen erwartet die Koalition durch das gekündigte Gastschulabkommen mit Schleswig-Holstein. Nachverhandlungen sollen bis zu 20 Millionen Euro bringen. Klar ist inzwischen: Alle Ressorts werden den Rotstift ansetzen müssen - ohne Ausnahme. Die Frage, die zurzeit diskutiert wird, ist: Wie kommt die Bildungsbehörde dabei noch einigermaßen gut weg? In der Behörde gibt man sich zugeknöpft. "Kein Kommentar", sagt die Sprecherin Brigitte Köhnlein. Und auch in der GAL heißt es: "Wir schnüren ein Gesamtpaket. Mehr kann ich momentan nicht sagen", so der bildungspolitische Sprecher der GAL, Michael Gwosdz.