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TROJAN

Darum quäle ich mich so

Urlaubszeit für die Spieler des FC St. Pauli - doch Filip Trojan leidet. Zum einen plagen ihn die Nachwirkungen seiner Nasen-OP vom vergangenen Mittwoch: "Ich habe immer noch Kopfschmerzen. Hätte ich das gewusst, hätte ich das wohl bleiben lassen ..." Genauso viel Kopfschmerzen bereitet ihm dies: Der Power-Tscheche weiß nicht, ob er am Saisonende gehen oder doch verlängern soll.



Der 25-jährige Mittelfeldspieler ist hin- und hergerissen: "Ich quäle mich wirklich sehr." Die Erklärung ist simpel: "Einerseits fühle ich mich bei St. Pauli pudelwohl. Auf der anderen Seite möchte ich mir meinen Traum von der tschechischen Nationalmannschaft erfüllen - und das geht nur, wenn ich in der Bundesliga spiele." Und dafür, dass St. Pauli aufsteigt, gibt es natürlich null Garantie.



Angebote aus der deutschen Eliteklasse liegen seinem Berater Otto Luttrop bereits vor. Wenn da bloß nicht die Liebe zu St. Pauli wäre. Als Trojan vor zwei Jahren von der Ersatzbank des Erstligisten Bochum nach Hamburg gekommen war, sagte er: "Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um zwei nach vorn tun zu können." Sollte heißen: Über den Kiez-Klub will ich nach oben. Nun konstatiert er: "St. Pauli war kein Rückschritt. Ganz im Gegenteil!"



Er habe sich bei den Braun-Weißen weiterentwickelt. Auch die Mannschaft insgesamt zeige sich positiv verändert: "Man geht nicht mehr nur zum Millerntor, weil dort die Stimmung so gut ist, sondern weil dort in den vergangenen 18 Monaten auch guter Fußball geboten wurde."



Die Zuneigung der Fans, die ihn schon mehrfach mit Standing Ovations feierten, rührt ihn: "Ich habe gehört, dass es nicht so häufig vorkommt, dass ein Name gerufen wird." Auch die Bemühungen von Trainer Holger Stanislawski und Sportchef Helmut Schulte bewegen ihn: "Ich habe schon das Gefühl, dass der Klub an seine Grenzen geht. Aber es ist wirklich keine Frage des Geldes."



Am Donnerstag, wenn alle Nachfolge-Untersuchungen abgeschlossen sind, will er in seine Heimatstadt Prag fliegen, endlich ein paar Tage ausspannen. Bis dahin könnte er seine Kopfschmerzen wegen der Nasen-OP los sein. Das Schädelbrummen wegen seiner bevorstehenden beruflichen Entscheidung dürfte erstmal noch bleiben ...

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Datum:  16.12.2008
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