Vorab Entschuldigung an alle, die wir gestern eine Kneipe weiterschicken mussten. Unser Laden brummte. Volle Hütte zum großen Finale - und eine Anspannung, die mit Händen zu greifen war. Schon der Blick auf die Tippzettel verriet: Unsere Gäste glaubten an den HSV. Mit einem bekloppten Patzer der Dortmunder aber rechnete nur jeder Fünfte. Zittern als Hauptgericht im Kampf um Europas Futtertöpfe.
Springen wir gleich in die Nachspielzeit. Als Trochowski seinen Hammer im Eintracht-Netzt versenkte, saß keiner mehr auf seinem Hocker. Alle lagen sich in den Armen. Fünf Minuten Dezibel 150. Troche schießt sich zum Gewinner der Saison. In der letzten Situation. Unglaublich. Wir sind fertig, bräuchten selber Sommerpause. Noch können wir gar nicht begreifen, was für eine klasse Saison unser HSV gespielt hat. Zu groß die nervliche Anspannung. Spätestens in 14 Tagen bricht der ganze Jubel los. Ach ja, die Saison ist noch nicht ganz beendet. Am 30. Mai werden wir Leverkusen im Pokal die Daumen drücken. Noch schmerzen die Narben aus den Bremen-Spielen - gewinnt Bayer, werden sie leichter zu ertragen sein.
Die HSV-Fans Holger (34, links) und Thorsten Klock (35) betreiben die Gaststätte "Holli & Toddi" in Ottensen. Ihr Urteil ist stets schonungslos.