Der Kader nimmt Gestalt an. Ob er im Trainingslager noch komplett wird? „Schwer zu sagen“, sagt Bruno Labbadia. Einen Stürmer hätte er gern noch – einen echten Bomber, wenn es denn geht. Bereits am 15. Juni hatte die MOPO exklusiv berichtet, dass der HSV an Marcus Berg interessiert ist, den schwedischen Mittelstürmer nicht nur bei der U21-EM (Labbadia sah zwei Spiele und vier Tore von ihm) intensiv beobachtet hat. Die Hamburger hängen bereits seit gut zwei Jahren an Bergs Fersen. Kommt es jetzt zum späten Vollzug?
Als der heute 22-Jährige 2007 vom IFK Göteborg (schoss dort 14 Tore in einer Halbserie) nach Groningen wechselte, hätte der HSV zugreifen können. Der Schwede wurde den Hamburgern angeboten, die sportliche Leitung (Huub Stevens/ Dietmar Beiersdorfer) befand ihn für gut – aber nicht für gut genug.
Berg hat sich entwickelt. Bei der U21-EM wurde er zum „Spieler des Turniers“ gewählt – klar, bei sieben Treffern in vier Spielen. Seinen Klub, den FC Groningen, schoss er vergangene Saison mit 17 Treffern auf Platz sechs der holländischen Ehrendivision. Zehn Millionen Euro wird der HSV für Berg berappen müssen, hat mit Aston Villa und Tottenham Hotspur zudem attraktive Mitbewerber.
Kommt Berg? Kein Wort über Spieler, die nicht beim HSV unter Vertrag stehen, so lautet Labbadias Maxime. Klappt der Deal, können die Hamburger sich glücklich schätzen, dass der potenzielle neue Knipser größte Schwierigkeiten mit dem Zielen hat – allerdings nicht auf dem Fußballplatz, sondern am Biathlon-Schießstand. Vor die Wahl gestellt, ob er eine Biathlon- oder eine Fußballkarriere einschlagen würde, entschied sich Berg für die Kugel. Er gewann zwar alle Biathlon-Rennen in seinen Altersklassen, aber nur, weil er in der Loipe deutlich schneller war als die Konkurrenz. „Ich konnte einfach nicht schießen“, so Berg.
Ein weiterer Kandidat könnte Vagner Love (25) sein. Das Problem: Sein Klub ZSKA Moskau will 15 Millionen Euro haben. Zu viel für den HSV. Es müsste noch intensiv verhandelt werden.