Die Story: Eden (Charlotte Roche), ein zerbrechliches Geschöpf mit paradiesischem Lächeln, lebt gefangen in einer öden Ehe mit dem Senioren-Tanzanimateur Xaver (Devid Striesow) in einer ebenso öden Kurstadt - bis sie eines Tages den sensiblen, einsamen Meisterkoch Gregor (Josef Ostendorf) und seine "Cucina erotica" kennen lernt. Dank ihrer heimlichen, unschuldigen, rein platonischen Genießer-Treffen blüht Eden auf: Sie wird zu Gregors Muse und inspiriert ihn zu immer genialeren Kreationen. Doch als die Nachbarn zu tratschen beginnen, rastet Xaver aus ...
Die Schauspieler: Josef Ostendorf, der den Hamburger Theaterfans noch aus seiner Zeit am Deutschen Schauspielhaus bekannt sein dürfte, ist als exzentrischer, langsam auftauender Gourmetkoch nicht nur wegen seiner Leibesfülle eine Wucht, und Devid Striesow ("Lichter") zeigt als eifersüchtiger Ehemann einmal mehr, dass er zu den besten Darstellern seiner Generation zählt. Für die größte Überraschung sorgt indes Charlotte Roche, zu Recht gerühmt für ihre klugen, frechen TV-Moderationen: In ihrem Schauspiel-Debüt agiert sie wunderbar zurückhaltend, fast schüchtern; sie lässt der Titelfigur ein Geheimnis und avanciert so zur Seele des Films.
Der Autor und Regisseur: Nach seinem schrillen, brachialen Vorgängerfilm "Sophiiiie!" schlägt Michael Hofmann diesmal verblüffend leise Töne an: Seine sanfte, subtile und skurrile Tragikomödie ist nicht abgeschmackt, sondern fein abgeschmeckt. Nur am Schluss, wenn Hofmann das bisher so bedächtige Tempo radikal anzieht und die Ereignisse sich überstürzen lässt, geht ein wenig der Gaul mit ihm durch. Ansonsten lassen einem die stimmungsvollen Bilder das Wasser im Mund zusammenlaufen: Sie machen Lust auf Feinschmeckerküche. Und auf so manches andere. Guten Appetit!