China,China, China - bisher schaute Hamburg meist nach Asien, wenn es um Wachstum ging. Dabei liegt der wahre Reichtum viel näher: Mit aller Macht und etlichen Millionen landen die Scheichs in Hamburg und kurbeln die Wirtschaft an. An diesem Wochenende rollt Hamburg für einen der visionärsten Scheichs den roten Teppich aus: Ahmed bin Saeed Al-Maktoum trägt sich ins Goldene Buch ein.
Der 47-Jährige (geschätztes Vermögen: rund acht Milliarden Dollar) gehört zum sagenhaft reichen Maktoum-Clan, der Dubai gegründet hat. Aber er ist eben nicht im Hauptberuf "reicher Scheich" (Hobbys: Falken, Fischen), sondern er gilt als "Mr. Aviation". Vor 20 Jahren gründete er nach dem Politik-Studium die Airline Emirates - heute eine der renommiertesten Fluggesellschaften der Welt - alle drei Jahre verdoppelt sie ihren Umsatz.
Dubai erlebt derzeit einen enormen Wachstumsschub - an dem Hamburg kräftig verdient:
- Emirates fliegt bereits seit dem 1. März täglich von Hamburg nach Dubai. Die Flüge sind so gut wie ausgebucht. Dazu will Nordeuropa-Chef Henry Hasselbarth wie üblich 20 Prozent des Umsatzes durch Luftfracht zwischen Hamburg und Asien erzielen - eine Herausforderung für den Airport Hamburg.
- Emirates ist Großkunde bei Airbus in Hamburg. Die Luxus-Airline hat 45 A380-Doppelstöcker bestellt - der mit Abstand größte Auftrag (11 bis 12 Milliarden Dollar). Ausgestattet und ausgeliefert werden sie in Hamburg. Ursprünglich sollten Squash-Courts in den Flieger eingebaut werden, jetzt begnügt sich der Scheich mit Duschen und Restaurants.
- Ab Mitte 2006 wird Emirates Hauptsponsor des HSV. Scheich Ahmed wird am Montag in der AOL Arena alles perfekt machen. Der HSV bekommt 15 Mio. Euro, der Scheich eine Luxus-Lounge.
- Die Hamburger Star-Architekten Gerkan, Marg bauen die "Dubai Sports City" (drei Hallen, 25000 bis 60000 Sitze).
- Die Hamburger Edel-Makler Engel & Völkers vermarkten den "Burj Dubai"-Turm (560 m), bald der höchste Wolkenkratzer der Welt.
- Hamburger Kliniken (UKE) werben mit Erfolg um betuchte Patienten aus Nahost. Die Hamburger Business-School plant den Studenten-Austausch mit dem Dubai University College.
Angeblich gehört auch der Dubai Port zu den Top-Interessenten für die HHLA. Doch hier hat der Senat dankend abgewinkt.
560 Meter hoch wird der "Burj Dubai"-Turm - Hamburger Makler sollen den Giganten vermarkten
Mag Rosen und dicke Jets: Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum (Emirates-Gründer)