TITANIC-GAG
Falsche Martina Gedeck twitterte von Präsident-Wahl
Foto: dpa
Foto: dpa
Schauspielerin Martina Gedeck is not amused: "Ok busemann (cdu) hat ne sms bekommen leute :) also kein zweiter wahlgang" zwitscherte es gestern während der Bundespräsidenten-Wahl vom Twitter-Account "martinagedeck". Doch die Schauspielerin saß zwar als Wahlfrau der Grünen in der Bundesversammlung - für den Twitter-Alarm und das falsche Vorabergebnis sorgte aber das Satiremagazin "Titanic", das das Benutzerkonto unter Gedecks Namen munter befüllte.
Natürlich hätte misstrauisch stimmen können, dass der vermeintliche Gedeck-Account erst seit einem Tag befüllt wurde und die flapsigen Kommentare so gar nicht zu der besonnenen Wahlfrau zu passen schienen, als die sich Gedeck im Interview mit dem ZDF präsentiert hatte: Doch "Bild.de", "Welt Online" und weitere Nachrichtenseiten vermeldeten den vermeintlichen Insider-Kommentar der Schauspielerin. Schließlich hatte Twitter bei der Präsidenten-Wahl schon mal die Nase vorn gehabt: Bei der Wiederwahl Horst Köhlers 2009 hatten gleich zwei Schriftführer über den Zwitscher-Dienst das Ergebnis ausgeplaudert: Julia Klöckner von der CDU und SPD- Fraktionsvize Ulrich Kelber.
Gedeck reagierte nach Angaben eines Grünen-Sprechers empört auf die falschen Nachrichten. Sie verwahre sich gegen diese Art des Missbrauchs ihres Namens und wolle ihren Anwalt einschalten. Titanic-Chefredakteur Leo Fischer gibt sich allerdings arglos:„Wir dachten, wir tun ihr einen Gefallen damit“, sagte er der dpa. Immerhin sei ihr dadurch die Aufmerksamkeit der Medien sicher. Ihren Anwalt fürchte er nicht, so Fischer. Und noch twittert die falsche Frau Gedeck munter weiter: "Wenn Merkel jetzt auch zurücktritt, können die mich noch so oft anrufen, ich springe nicht ein. Politik interessiert mich nicht," stand heute morgen auf ihrer Twitter-Seite.
Bundespräsidentenwahl - Reaktionen der MOPO-Leser
Bildergalerie ( 10 Bilder )
Bundespräsidentenwahl - Reaktionen der MOPO-Leser
Bastian T. Gartz: "Watschn für Schwarz-Gelb."
Kerstin Husarzewsky: "Ein Trauerspiel und das Volk schaut zu..."
Lorenz Mayer: "Trotzdem hat sich die Koalition abgrundtief blamiert!"
"Jetzt werden mal wieder die "Verräter" gesucht. Ich würde vorschlagen: Anfangen zu regieren. Besser noch wäre ein Rücktritt von Merkel & Co., dann hätte das Debakel ein Ende..."
Peter Krause: "Vor allen Dingen hat sich die LINKE blamiert. Genauso, wie man es erwartet hat"
Martin Boisen: "Die Marionette hat gewonnen."
"War zu erwarten. Glückwunsch an Herrn Gauck für das Ergebnis. Glückwunsch an Herrn Wulff zur Wahl. Glückwunsch an Frau Merkel zum baldigen Ende dieser Koalition."
Christian-Eddie Karras: "Gatulation Herr Wulff! Etwas anderes wäre nur frech .... Endlich hat es sich ausgegauckelt und Deutschland hat wieder mal einen Topmann!"
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Fotostrecke Star Trek
Bildergalerie ( 11 Bilder )
Foto: Industrial Light and Magic
Foto: Industrial Light and Magic
Foto: Industrial Light and Magic
Foto:
Industrial Light and Magic
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Pressestimmen zur Wahl
Bildergalerie ( 11 Bilder )
Express: "... Der neue Präsident müsste sich also nicht grämen, wäre da nicht der ohnehin schon desolate Zustand der schwarz-gelben Koalition. Denn dass Wulff drei Versuche bei einer rechnerisch satten Mehrheit brauchte, ist ein Debakel für Merkel, die ihre Truppe nicht mehr im Griff hat. Zu viel Frust hat sich da bei einigen in den vergangenen Monaten aufgestaut, der sich jetzt mit Wucht entlud. Dumm gelaufen für die Kanzlerin, die sich selbst zuschreiben muss, dass ihre vermeintlich perfekt organisierte Inszenierung der Präsidentenkür so gründlich in die Hose ging. Statt Neustart droht jetzt der endgültige Abstieg. Mit Ruhm haben sich aber auch nicht jene Oppositionspolitiker bekleckert, die die Wahl als Begräbnisfeier für die Koalition instrumentalisieren wollten und den Krimsekt schon kaltgestellt hatten. Dieses Geschacher und Gezeter zeugte von wenig Respekt weder für Wulff und Gauck noch für das Amt des Präsidenten. Es war ein Schlag in die Magengrube unserer Demokratie, an dem das Land lange zu knabbern haben wird."
La Stampa (Italien): "Aus der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten wurde eine schallende Ohrfeige für Angela Merkel, der es erst im dritten Wahlgang gelungen ist, ihren Kandidaten durchzubringen. Das ist eine beispiellose Schmach für die Kanzlerin, die doch schon mit einer Exekutive beschäftigt ist, die mit dem falschen Fuß aufgestanden war und der es nicht gelungen ist, wieder in die Spur zu kommen. Seit Wochen stürzt sie in den Umfragen weiter ab. Und jetzt dauert das Drama der Bundespräsidentenwahl neun äußerst lange Stunden, die Wahl wird zum Thriller(...) Mit 51 Jahren wird Wulff also der jüngste Bundespräsident in der Geschichte Deutschlands, und das am Ende eines harten Tages, den die Bundeskanzlerin nur schwer vergessen wird."
Münchner Merkur: "Was sich gestern in der Bundesversammlung abspielte, war eine offene Meuterei gegen Merkel, ein Kontroll- und Autoritätsverlust im eigenen Lager, wie ihn zuvor nur die SPD-Kanzler Schröder (in der Debatte um die Agenda 2010) und Schmidt (im Streit um die Nato- Nachrüstung) erlebten. Beiden Kanzler-Dämmerungen folgte bald der Sturz. Abgestraft wurde nicht nur Merkels Unfähigkeit, dem schwarz- gelben Projekt Sinn und Richtung zu geben. Schiffbruch erlitt auch das dubiose Demokratieverständnis der Kanzlerin, wonach das höchste Staatsamt zu bekleiden habe, wer Schwarz-Gelb die geringsten Scherereien bereitet und wer ihren, Merkels persönlichen Machtambitionen am wenigsten im Wege steht. Das Präsidentenamt ist zu wichtig, um es für Parteitaktik zu benutzen."
Rzeczpospolita (Polen): "Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für die Durchsetzung von Christian Wulff zum Präsidenten einen hohen Preis gezahlt: Ein Teil ihrer Partei meuterte und im Streit mit dem Koalitionspartner FDP wurde eine weitere Front eröffnet. Nicht auszuschließen ist, dass der Preis weiter steigen wird - die Diskussion über den Verlauf der Präsidentenwahl kann Merkels Führung in der CDU und in der Regierung in Frage stellen(...) Es war eine Ohrfeige für Merkel, dass mehrere Dutzend Politiker der Regierungskoalition der Führung nicht folgten und in den beiden ersten Wahlgängen Wulff die Unterstützung verweigerten.
Das Spektakel in der Bundesversammlung sagt auch viel über die Institution der indirekten Wahl. Über den Ausgang wird - wie in der EU - hinter geschlossener Tür entschieden. Solche Absprachen versagen aber manchmal, mit der Folge, dass die Hauptakteure, wie gestern, verunsichert werden. Deutschland steht vor einer Debatte, ob es nicht an der Zeit wäre, die Wahl des Staatsoberhauptes durch das Volk einzuführen."
Der Standard (Österreich): "Man wird es niemals wissen, aber eine Kandidatin Ursula von der Leyen (CDU) wäre wohl im ersten Wahlgang zur ersten Bundespräsidentin Deutschlands gewählt worden, zumal sich für sie auch die SPD erwärmen hätte können.
Die deutsche Kanzlerin aber setzte stattdessen auf Wulff - nicht weil sie von seinen Qualitäten so überzeugt war, sondern weil sie ihn, ihren allerletzten Konkurrenten, nach Berlin wegloben wollte. (...) Ihr ist das Gefühl für die Stimmung unter den eigenen Leuten verlorengegangen. Jetzt ist sie sehr unsanft auf den Boden der Tatsachen geholt worden und ihre Autorität ist so schwer angeschlagen wie noch nie zuvor."
Süddeutsche Zeitung: "Die überraschend vielen Stimmen für Joachim Gauck sind Ruhmesblätter für ihn und Denkzettel für Merkel. Sie sind aber vielleicht auch ein Ausweis dafür, dass die Parteiendemokratie nicht ganz so verkrustet ist, wie es so oft den Anschein hat. Angela Merkel stand nicht zur Wahl, aber sie ist die Verliererin des Tages. Sie hat ihre machtpolitischen Spielchen mit dem höchsten Staatsamt getrieben und verfing sich in den Fallstricken ihrer vermeintlichen Schläue."
Badische Zeitung: "Die Verliererin aber stand gar nicht zur Wahl. Angela Merkel wurde als Kanzlerin vorgeführt, die trotz komfortabler Mehrheit nicht in der Lage ist, ihrem Wunschkandidaten zu einer glatten Mehrheit zu verhelfen. Ihr fehlt nicht nur die Überzeugungskraft und die Autorität, es scheint, als sei ihr auch der Machtinstinkt abhanden gekommen. ... Es bleibt das Bild einer Koalition, die dem Scheitern näher steht als dem Erfolg. Deutschland, so ist zu fürchten, steht vor einem turbulenten Sommer und bräuchte doch nichts mehr als eine starke Regierung."
Braunschweiger Zeitung: "Wulff geht, so paradox es klingt, nur deshalb unbelastet in seine Präsidentschaft, weil seine Wahl nun doch noch eine echte war."
Neue Presse (Hannover): "Wulff ist beschädigt. Der Niedersachse ist möglicherweise nicht nur das Ventil für die Wut auf Schwarz-Gelb. Manche halten Wulff offenbar auch für den schwächeren Kandidaten. Wettmachen kann er diesen Makel durch eine erfolgreiche Präsidentschaft. Das Zeug dazu hat er. Weil er nicht hinschmeißen wird wie sein Vorgänger, spricht derzeit jedenfalls einiges dafür, dass er es sein wird, der den Mitgliedern dieser Bundesregierung die Entlassungsurkunden überreichen wird."
Neue Presse (Hannover): "Wulff ist beschädigt. Der Niedersachse ist möglicherweise nicht nur das Ventil für die Wut auf Schwarz-Gelb. Manche halten Wulff offenbar auch für den schwächeren Kandidaten. Wettmachen kann er diesen Makel durch eine erfolgreiche Präsidentschaft. Das Zeug dazu hat er. Weil er nicht hinschmeißen wird wie sein Vorgänger, spricht derzeit jedenfalls einiges dafür, dass er es sein wird, der den Mitgliedern dieser Bundesregierung die Entlassungsurkunden überreichen wird."
Berliner Zeitung: "Der ideale Bundespräsident sollte allerdings nicht nur möglichst normal sein, sondern zugleich aus der Normalität herausragen. Er soll bodenständig sein, aber auch intellektuell brillant. Er soll überparteilich sein, aber auch ein klares Urteil haben. Der Bundespräsident kann nur durch Reden wirken. Der Redner Christian Wulff wird, so wie wir ihn kennen, wenig Falsches und garantiert nichts Anstößiges sagen. Aber kann er Anstöße geben?"
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Die Wahl des Bundespräsidenten
Bildergalerie ( 31 Bilder )
Die Wahl des Bundespräsidenten
Kanzlerin Angela Merkel begrüßt ihren Kandidaten.
Foto: dpa
Wulff mit seiner Frau Bettina und Annalena, seiner seine Tochter aus erster Ehe (rechts) vor dem Gottesdienst.
Foto: dpa
Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt bei der Ankunft in der St. Hedwigs-Kathedrale.
Foto: dpa
Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt vor dem Beginn des Gottesdienstes.
Foto: dpa
Guido Westerwelle und sein Lebensgefährte Michael Mronz bei seiner Ankuft am Reichstag.
Foto: dpa
Angela Merkel bei ihrer Ankunft am Reichstag.
Foto: dpa
Die Präsidentschaftskandidatin der Linkspartei, Luc Jochimsen bei der Ankunft am Reichstag.
Foto: dpa
Joachim Gauck unterhält sich vor der Wahl auf der Besuchertribüne des Reichtags mit Bettina Wulff, Frau seines Kontrahenten.
Foto: dpa
Angela Merkel, Christian Wulff und Horst Seehofer applaudieren bei der Rede von Bundestagspräsident Norbert Lammert vor der Wahl.
Foto: dpa
Der Bundestag während der Präsidentenwahl.
Foto: dpa
Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel bei der Bundespräsidenten-Wahl.
Foto: dpa
Angela Merkel gibt ihre Stimme ab.
Foto: dpa
Christian Wulff bei der Abgabe seiner Stimme.
Foto: dpa
Die Wahlurne wird nach der Stimmenabgabe aus dem Plenarsaal gebracht.
Foto: dpa
Enttäuschung nach dem 1. Wahlgang: Angela Merkel, Christian Wulff und Horst Seehofer.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Christian Wulff und der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer.
Foto: dpa
Joachim Gauck winkt nach Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten Abstimmung SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles.
Foto: dpa
Christian Wulff mit den Ministerpräsidenten der Länder (v.l.) Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, Baden-Württemberg, Stefan Mappus (von hinten), Hessen, Roland Koch, Sachsen, Stanislaw Tillich und NRW, Jürgen Rüttgers.
Foto: dpa
Der ehemalige Linke-Vorsitzende Oskar Lafontaine (M.) umarmt die Kandidatin Luc Jochimsen.
Foto: dpa
Joachim Gauck mit dem Sänger der Gruppe „Die Prinzen“, Sebastian Krumbiegel.
Foto: dpa
Auf ein Neues: Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gibt seine zweite Stimme ab. Er erreichte im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit.
Foto: dpa
Auch der zweite Wahlgang brachte für Wulff keine absolute Mehrheit. Präsidentschaftskandidat Er und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) stehen vor dem dritten Wahlgang vor einer leeren Urne.
Foto: dpa
Hier im Gesrpräch mit Oskar Lafontaine von Die Linke.
Foto: dpa
Es ist geschafft! Christian Wulff wird neuer Bundespräsident.
Foto: dpa
Kanzlerin Angela Merkel gratuliert zur gewonnenen Wahl.
Foto: dpa
Wird jetzt neue First Lady: Bettina Wulff, Ehefrau von Christian Wulff.
Foto: dpa
Der Verlierer, Joachim Gauck. Neben ihm der Fraktionsvorsitzenden der SPD im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier.
Foto: dpa
Nach dem Polit-Krimi: Der neue Bundespräsident Christian Wulff umarmt und küsst seine Frau Bettina.
Foto: dpa
Geschafft: Nach der Verkündigung des Wahlergebnisses wischt sich Wulff den Schweiß von der Stirn.
Foto: dpa
Gratulation der Kanzlerin: Merkel überreicht dem neuen Bundespräsidenten einen Blumenstrauß.
Foto: dpa
Christian Wulff (CDU) und seine Frau Bettina bei der Ankunft zum ökumenischen Gottesdienst in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin.
Foto:
dpa
EM 2012
Fußball
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show
Promi & Show