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TIERHEIM

Poggendorfs Versteckspiel!

Das feige Verhalten des Wolfgang Poggendorf: Seit sein unappetitliches Immobilien-Schnäppchen öffentlich wurde, blockt der sonst Publicity so liebende Chef des Tierschutzvereins alle Nachfragen ab. Als die MOPO ihn gestern im Tierheim besuchen will, sehen ihn die Reporter kurz, wie er mit seinem Benz das Gelände an der Süderstraße verlässt - dann gibt Poggendorf Gas, rast davon.



Pünktlich um 12 Uhr, zum Ende der sonntäglichen Besucherzeit im Tierheim, verließ der silberne Mercedes CLS (Kennzeichen: HH-WP, Neupreis: mindestens 60000 Euro) gestern das Gelände an der Süderstraße. Am Steuer: Wolfgang Poggendorf (70). Seit Tagen steht der Vorstandsvorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins unter wachsendem Druck, weil er eine wertvolle Eigentumswohnung auf Sylt weit unter Marktpreis aus einer Erbschaft des Vereins gekauft hat. Als "Altersruhesitz".



Die Polizei ermittelt, Mitglieder, Politiker und Steuerzahlerbund dringen auf Aufklärung - Wolfgang Poggendorf und mit ihm die sechs weiteren Vorstandsmitglieder schweigen. Am Freitag soll eine Krisensitzung des Vorstandes stattgefunden haben. Das Ergebnis wagen weder Schatzmeister Manfred Elsen noch Poggendorfs Stellvertreterin Kirsten Weckel an die Öffentlichkeit zu bringen.



Wolfgang Poggendorf fuhr gestern mit stark überhöhter Geschwindigkeit nach Hause, überfuhr vor den Augen des überraschten MOPO-Reporters sogar zwei rote Ampeln. Sein Ziel: die heimische Wohnanlage in Tonndorf. Als die MOPO später an seiner Wohnung klingelt und nach Herrn Poggendorf fragt, kommt die Stimme einer Frau aus der Gegensprechanlage: "Er ist nicht zu sprechen."



Kann Wolfgang Poggendorf als Vorstandsvorsitzender abgewählt werden? Ja, laut Paragraf 15 der Vereinssatzung können "Vorstandsmitglieder, die den Verein schädigen, insbesondere sein Ansehen in der Öffentlichkeit gefährden, durch Beschluss der restlichen Vorstandsmitglieder von der weiteren Mitwirkung einstweilen ausgeschlossen werden." Über den endgültigen Ausschluss würde die Mitgliederversammlung mit Dreiviertel-Mehrheit entscheiden.



Das Problem: Von 8000 Vereinsmitgliedern kommen höchstens 150 zu den Mitgliederversammlungen. 30 davon sind hauptamtliche Mitarbeiter des Tierheims, also Poggendorfs Untergebene, der Rest Sympathisanten. Mitglieder, die sich kritisch gegenüber dem "System Poggendorf" äußern, wurden in der Vergangenheit stets mit Ausschlussanträgen bestraft. Wegen "vereinsschädigenden Verhaltens".

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Datum:  23.7.2007
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