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TIERHEIM

Muss der Chef bald hinter Gitter?

Der Skandal um den Chef des Hamburger Tierschutzvereins Wolfgang Poggendorf wird immer schmutziger: Gestern pfändeten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt in der Haspa-Zentrale am Adolphsplatz 179000 Euro von Poggendorfs Privatkonto. Das kleine Vermögen soll aus einer Spende und einer Erbschaft stammen und dem Tierschutzverein zustehen. Poggendorf soll die Summe mit Hilfe eines damaligen Bankmitarbeiters in die eigene Tasche gesteckt haben.



"Die Vorwürfe haben eine neue Dimension", so Rüdiger Bagger, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Auf Untreue stehen bis zu fünf Jahre Haft. Die Ermittlungen richten sich auch gegen einen Haspa-Sachbearbeiter, der bereits vor Monaten gekündigt hat. Die Haspa erfuhr erst gestern von dem Verdacht gegen ihren Ex-Mitarbeiter. Auch das Büro einer Volksdorfer Immobiliensachverständigen durchsuchten die Ermittler gestern. Sie soll für mehrere Immobilien, die dem Verein vererbt wurden, wissentlich zu niedrige Wertgutachten erstellt haben. Dem Verein nahestehende Personen konnten auf diese Weise Häuser unter Marktwert kaufen (siehe Kasten rechts).



Die gestern festgesetzten 179000 Euro, mit denen Tierfreunde Gutes tun wollten, soll Poggendorf zwischen 2003 und 2006 veruntreut haben. Um seinen silbernen Mercedes CLS vor der Pfändung zu bewahren, soll der Vereinschef einen Teil des mutmaßlichen Vereinsvermögens gestern schnell von dem Konto seiner Ehefrau geholt haben.



Wolfgang Apel, Chef des Deutschen Tierschutzbundes, ist "tief erschüttert" über die neuen Vorwürfe gegen Hamburgs angeblich obersten Tierschützer: "Die einzige Konsequenz kann nur der Rücktritt des gesamten Vereinsvorstands sein."



Rechtsanwalt Friedrich Engelke, der den vereinsinternen Widerstand gegen den amtierenden Vorstand organisiert: "Das ist der Beweis, dass die Finanzen dieses Vereins seit Jahren nicht kontrolliert werden." Tatsächlich hatte sich Poggendorf vom Schatzmeister und der stellvertretenden Vorsitzenden eine Generalvollmacht ausstellen lassen.



Poggendorf wollte sich auf MOPO-Nachfrage gestern nicht äußern. Auf Druck seiner Kritiker wird er sich am 12. Januar dem Votum der Mitglieder stellen. Falls er bis dahin nicht zurücktritt.

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Datum:  15.12.2007
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