Er will den Hamburger Tierschutzverein aus dem Schlamassel führen: Rechtsanwalt Burkhardt Müller-Sönksen (48), FPD-Bundestagsabgeordneter, bringt sich als Nachfolger von Vereinschef Wolfgang Poggendorf ins Spiel. Kleine Hürde: Die Vereinssatzung müsste geändert werden, da Müller-Sönksen kein Mitglied ist. Die Mitgliederversammlung soll im Oktober stattfinden.
Er handele aus Bürgersinn, betont der Vielleicht-bald-Kandidat: "Ich möchte verhindern, dass Herr Poggendorf einen Vorwand hat, im Amt zu bleiben, nur weil es keinen anderen gibt, der es macht."
Der medienbewusste Vater einer Tochter (12) war bisher zu Tierschutzthemen nicht in Erscheinung getreten, sorgte eher mit kuriosen Vorstößen auf anderen Gebieten für Publicity. So forderte der Liberale im Juli 2006 ein Cross-Golf-Turnier für die City und testete auf dem Rathausplatz Golfbälle, bis die Polizei einschritt. Im November schlug er vor, eine Fußgängerstraße auf die Alster zu bauen, um die Sicherheitszone um das US-Konsulat zu umgehen.
Sein Verhältnis zu Tieren: "Ich hatte als Schüler lange Jahre zwei Kaninchen, bin geritten. Ich hätte gern eine Katze, bin aber zu selten zu Hause."
Bisher haben mögliche Kandidaten für den Vorstand stets abgewunken. Die frühere Vereinschefin Susanne Kubiak lehnt mit Hinweis auf Poggendorfs "Gefolgsleute" im Tierheim dankend ab. Michael Fuchs, tierschutzpolitischer Sprecher der CDU, will sich "mehr um Geschäft und Familie kümmern". Friedrich Engelke, Anwalt und Ex-Schatzmeister des Vereins will "nur beraten".
Müller-Sönksen: "Ich fordere auch andere Hamburger und Vereinsmitglieder auf, sich dieser ehrenvollen Aufgabe zu stellen!" Der derzeitige Vorstand unter dem Vorsitz von Wolfgang Poggendorf steht nach Immobilienverkäufen an Vereinsmitglieder unter dem Verdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.