Die Story: Jacques Mesrine (Vincent Cassel) war der legendärste Schwerverbrecher der französischen Nachkriegsgeschichte. Ausgehend von seinem spektakulären Tod (1979 wurde er von der Polizei auf offener Straße mit Blei vollgepumpt), erzählt dieser Film Mesrines Entwicklung zum Kriminellen: seine Erfahrungen als Soldat im Algerienkrieg, die Flucht aus dem muffigen Elternhaus, die Anfänge als Handlanger des Pariser Gangsterbosses Guido (Gérard Depardieu), die Ehe mit der Spanierin Sofia... Mesrines Komplizin wird die ebenso furcht- wie skrupellose Jeanne (Cécile De France): Mit ihr verübt er zahllose Bankeinbrüche, Entführungen, Anschläge und Morde - und wird zum Staatsfeind Nr. 1.
Die Schauspieler: Vincent Cassel, selbst eine schillernde, zwiespältige Persönlichkeit mit Rebellen-Vergangenheit, ist schlichtweg die Idealbesetzung für den charismatischen Ausbrecherkönig, Frauenhelden und selbstherrlichen Sadisten: Der französische Filmstar verkörpert Mesrine mit geradezu beängstigender Präsenz, nervöser Energie und draufgängerischer Frechheit. Cassels darstellerische Tour de Force, für die er sich extra 20 Kilo angefressen hatte, wurde mit dem César als bester Hauptdarsteller belohnt. In der Rolle von Mesrines Seelenverwandter Jeanne überzeugt Cécile De France, die jüngst in "Chanson d'amour" an der Seite von Gérard Depardieu agierte. Der wiederum spielt hier auf seine unnachahmliche Art einen schmierigen, eiskalten Unterweltboss.
Der Regisseur: Nach seinem Hollywood-Ausflug mit dem mäßigen John-Carpenter-Remake "Das Ende" widmete sich Jean-François Richet seinem bisher ambitioniertesten Projekt: dem filmreifen Leben von Jacques Mesrine. Basierend auf der Autobiografie "Der Todestrieb", die der Verbrecher im Gefängnis verfasst hatte, entwirft Richet ein Psychogramm dieses "Mannes mit den 1000 Gesichtern" - und entdeckt hinter der Ikone des Medien-Manipulators einen widersprüchlichen Menschen mit finsteren Abgründen: einen cholerischen Psychopathen, der sogar seine eigene Frau übel misshandelt. Filmisch setzt Richet auf raue Ästhetik, angemessene Härte und rasantes Tempo, das keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt. Teil 2 folgt am 21. Mai.
Fazit: Furiose Mischung aus Thriller und Biopic - kraftvoll, kompromisslos, knallhart.
Gefährliche Ladung im Kofferraum: Mesrine in Aktion
Eiskalt: Gérard Depardieu als Unterweltboss
Geschnappt: Aber Mesrine bricht bald wieder aus.
Für ein tête-á-tête hat Mesrine immer noch Zeit.