Die Story: Auf ihre Menschenkenntnis konnte sich Sozialarbeiterin Emily Jenkins (Renée Zellweger) bisher immer verlassen. So auch im Fall der zehnjährigen Lillith Sullivan (Jodelle Ferland), deren Eltern ihr gleich suspekt vorkommen. Mit Hilfe eines befreundeten Polizisten geht sie der Sache weiter auf den Grund und kann so das Schlimmste gerade noch verhindern. Vom Schicksal des traumatisierten Kindes berührt, nimmt die alleinstehende Emily das Mädchen kurzerhand selbst bei sich auf. Doch es dauert nicht lange, bis Emily durchschaut, warum Lilliths Eltern ihre Tochter unbedingt in die Hölle schicken wollten ...
Die Schauspieler: Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger mag mit ihrer Starpower das Zugpferd der Produktion sein, trotzdem wird sie von der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten gerade einmal zwölfjährigen Jodelle Ferland glatt an die Wand gespielt. Sowieso scheint die trotz ihres zarten Alters bereits sehr erfahrene Nachwuchsaktrice ihre Paraderolle bereits gefunden zu haben: Den Part des besessenen Nachwuchses verkörperte sie nämlich auch schon in der Computerspielverfilmung „Silent Hill“ sowie der Stephen-King-Spukserie „Kingdom Hospital“.
Der Regisseur: Als Emily das Haus der Sullivans stürmt, haben diese Lillith bereits in „Hänsel und Gretel“-Manier in den Backofen gesteckt. Aus dieser Szene entspinnt sich ein Schlagabtausch, der in Sachen Härte und Intensität weit über das übliche Maß hinausgeht. Doch abgesehen von diesem einen Ausreißer hält sich der deutsche Hollywoodexport Christian Alvart („Antikörper“, „Pandorum“) geradezu sklavisch an die gängigen Genrekonventionen. Diese setzt er zwar gefällig in Szene, trotzdem hat „Fall 39“ nichts zu bieten, was es nicht auch schon in „Das Omen“ oder „Der Exorzist“ vor mehr als 20 Jahren zu sehen gab.
Fazit: Solide Geistermär, aber mangels innovativer Ideen eher was für den nächsten DVD-Abend als für die Kinoleinwand.