Die Story: Der verwitwete Bostoner Detective Thomas Craven erhält überraschend Besuch von seiner Tochter, die bei einem Nuklearunternehmen arbeitet. Seine Freude über das Wiedersehen wandelt sich in Besorgnis, als Emma sich erst übergeben muss und anschließend heftiges Nasenbluten bekommt. Thomas will sie ins Krankenhaus bringen. Doch noch auf der Türschwelle seines Hauses wird Emma von einem Maskierten erschossen. Während seine Kollegen vermuten, der Anschlag habe eigentlich ihm gegolten, stellt der trauernde Vater eigene Ermittlungen an. Die führen ihn bald zum Arbeitgeber seiner Tochter, der alles andere als koscher ist.
Die Schauspieler: Seit „Signs“ (2002) war Mel Gibson nicht mehr auf der Leinwand zu sehen. Nun ist er in einer Paraderolle zurück. Den zu allem entschlossenen Cop, der nichts mehr zu verlieren hat, gibt er mit minimaler Mimik aus dem Effeff. Die interessanteste Nebenfigur ist ein von Ray Winstone („Die Legende von Beowulf“) gekonnt ambivalent gespielter Typ namens Darius Jedburgh, von dem sehr lange nicht klar wird, für wen genau er arbeitet, auf wessen Seite er wirklich steht und was er eigentlich im Schilde führt.
Der Regisseur: Martin Campbell („Casino Royale“) hat den Stoff schon einmal verfilmt – 1985 in einer sechsteiligen Serie für die BBC. Dazu musste die ursprüngliche Story natürlich eingedampft und etwas modifiziert werden. Das ist im Ergebnis nicht ganz so gut gelungen wie im vergangenen Jahr bei Kevin Macdonalds „State of Play“, der ebenfalls auf einer TV-Miniserie beruhte. Campbells Film, seinem Titel zum Trotz mehr Verschwörungs- als Rachethriller, entwickelt sich zwar durchaus spannend – und das keineswegs nur wegen gelegentlicher blutiger Gewalteruptionen. Doch zum Ende hin wirkt die Handlung allzu forciert, und die Inszenierung beginnt, etwas aus dem Ruder zu laufen.
Fazit: Überzeugendes Leinwand-Comeback von Mel Gibson in einem nicht ganz so überzeugenden Film.