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Trauerfeier für Heidi Kabel im Hamburger Michel

Trauerfeier für Heidi Kabel im Hamburger Michel

Hamburg - «Tschüs Heidi»: Die Hamburger können sich bei einer öffentlichen Trauerfeier im Michel am 25. Juni von der beliebten Volksschauspielerin Heidi Kabel verabschieden.

«Die Familie möchte Heidi einen heiteren Abschied bereiten», sagte Ohnsorg- Intendant Christian Seeler am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Hauptkirche St. Michaelis bietet Platz für 2500 Menschen. «Das wird nicht reichen, da bin ich mir sicher», meinte Seeler, an dessen plattdeutscher Bühne Heidi Kabel 66 Jahre spielte.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe bereits signalisiert, die Trauerfeier zu übertragen. «Wir werden auf jeden Fall umfassend und ausführlich berichten. Wie genau das Programm an dem Tag aussehen wird, planen wir gerade», sagte eine Sprecherin. Anschließend soll die Volksschauspielerin im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

Bereits am Mittwoch konnte sich jeder in ein Kondolenzbuch für die populäre Schauspielerin im Rathaus eintragen. «In der Rathausdiele liegt neben einem Foto und einem Blumenstrauß das Kondolenzbuch der Hansestadt aus», sagte Bürgerschaftssprecher Ulfert Kaphengst.

Im Ohnsorg-Theater gibt es seit Dienstag ein Kondolenzbuch, in das sich schon viele Menschen eingetragen haben. «Danke für schöne Stunden, tschüs Heidi», hat zum Beispiel Hans Petersen geschrieben. Und «Vielen Dank, dass ich durch Sie so viel lachen durfte. Tschüs.» Jahrzehntelang war Heidi Kabel der Star des niederdeutschen Theaters, dessen Produktionen seit 1954 bundesweit im Fernsehen zu sehen waren. In mehr als 160 plattdeutschen Stücken stand sie auf der Bühne.

Auch zahlreiche Politiker, Intendanten und Schauspieler würdigten die am Dienstag im Alter von 95 Jahren gestorbene Schauspielerin als «Hamburger Original» und «Mutter Courage der kleinen Leute». «Heidi Kabel war gelungen, was nur ganz Großen der Bühne gegeben ist: Ihr Publikum hatte sie ins Herz geschlossen - ein für allemal. Heidi Kabel war mehr als eine populäre Volksschauspielerin, sie war eine ganz natürliche große Menschendarstellerin», schrieb Altbürgermeister Henning Voscherau im «Hamburger Abendblatt». «Wer ihr zuschaute und zuhörte, wusste: Sie ist eine von uns geblieben, der Ruhm ist ihr nicht zu Kopf gestiegen.»

Für Schauspieler Jan Fedder ist «beim letzten großen Leuchtturm des Nordens das Licht ausgegangen». Und Regisseur Detlev Buck, der mit ihr ihren letzten Kinofilm «Hände weg von Mississippi» drehte, sagte: «Heidi Kabel hat als Schauspielerin Identität geschaffen und Wärme ausgedrückt. Durch ihre direkte, kernige Art hat man sich wohl gefühlt, im besten Sinn. Heute, wo alles global und international sein will, ist viel von dieser Wärme und Identität verloren gegangen.»

Auch Thalia-Intendant Joachim Lux stellte fest: «Am Tode von Heidi Kabel erkennt man, was uns fehlt: Künstlerpersönlichkeiten, mit denen sich die gesamte Bevölkerung identifizieren kann.»



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Datum:  16.6.2010
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