Autoren sind in der Regel Einzelkämpfer. Aber Sigrid Behrens, Carsten Brandau und Ulrike Syha haben gemeinsame Sache gemacht. Drei Autoren, ein Stück. Im Rahmen der "Theater Altonale" gibt es drei Uraufführungen, darunter "Weggeparkt!". Mit folgenden Vorgaben: Es sollte ein Krimi sein, eine weibliche Kommissarin sollte die Hauptrolle spielen - und der Ort der Handlung ist das Woolworth-Parkdeck in Altona.
"Meine erste Reaktion war: Herrje, was mache ich denn damit?", so Behrens. Jeder schrieb dann sein Drittel des Stücks, nacheinander. Auch eine Frage der Selbstdisziplin, sagt Behrens: "Man muss Lust haben, etwas uneitler zu sein und seinen eigenen Ton und die persönlichen Eigenheiten zurückzustellen."
Hintergrund der Story sind Immobilienspekulationen um die Große Bergstraße. Eine mysteriöse Organisation ist im Begriff, alles aufzukaufen. Im örtlichen Kommissariat - und besonders bei der jungen Polizistin Özlem - mehren sich die unguten Gefühle: Bleibt hier die Identität eines Stadtteils auf der Strecke?
Der Clou: Die Handlung verlässt nie das Parkdeck, Publikum und Akteure sind gemeinsam am Ort des Geschehens. Das, sagt Brandau, hat auch Auswirkungen auf die Gestaltung des Plots: "Es ist Freilichttheateratmosphäre. Es gibt große Entfernungen, alle spielen mit Micros. Ein normaler Krimi wäre da schwer zu machen. Deshalb ist es eine Krimifarce."
Inszeniert werden die drei Teile des Stücks auch noch von drei Regisseuren. Viele Köche, verdorbener Brei? Ach was, sagt Behrens: "Echte Teamarbeit!"