Er hatte in den Bauch des Theaters geladen, in den "Malsaal" irgendwo im vierten Stock des Thalia. Normalerweise wird hier an Kulissen gearbeitet - Kleckse auf dem Boden und Farbeimer in den Ecken zeugen davon. Und das passte denn auch gut zu Joachim Lux' Konzept: "Theater ist ja immer etwas Lebendiges, etwas Unfertiges", so der designierte Intendant bei seiner ersten Spielzeitkonferenz. "Etwas, von dem man am Ende nicht weiß, was hinterher dabei herauskommt."
Nur konsequent also, dass der 51-jährige Khuon-Nachfolger die Saison 2009/2010 im Herbst vom Publikum selbst eröffnen lässt: Nach einem Konzept des neuen Leitenden Regisseurs Luk Perceval sollen die Zuschauer am 3. September Hamlets Monolog "To be or not to be" auf die Bühne bringen (Infos unter www.neue-spielzeit. thalia-theater.de).
Das Thalia wird auch weiterhin ein Ensemble-Theater bleiben: 40 Schauspieler zählt es, die "von überall her kommen", so Lux. Etwa ein Viertel des alten Ensembles bleibe, hinzu kommen Gastschauspieler wie Julia Jentsch ("Othello"; Münchner Kammerspiele), Maren Eggert, Peter Jordan und Thomas Thieme. 15 Premieren sind für die Spielzeit im Haupthaus geplant, der Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit den Dramen von Gotthold Ephraim Lessing und Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.