Oh Scheiße, was ist denn jetzt los? Ich dachte, wir schaffen das mal!" Bei den Jungs von "barner 16" liegen die Nerven blank. An Keyboard & Co sind sie Profis. Doch zum ersten Mal stehen sie auch als Schauspieler auf der Bühne. Die Band ist Teil eines Projektes, das am Freitag im Thalia in der Gaußstraße uraufgeführt wird: die Science-Fiction-Lichtspiel-Operette "Kongress der Planetenvereinigung".
"Barner 16" ist ein Netzwerk im Verbund der Stiftung Alsterdorf für behinderte und nichtbehinderte Künstler. Alle Beteiligten von "barner 16" leben in betreuten Wohnprojekten, drei der Musiker sind blind. "Barner 16" arbeitet in den Bereichen Musik, Theater und Film. Hinzu kommt eine Kooperation mit "Hajusom", dem Theaterkollektiv jugendlicher Flüchtlinge aus Afrika und Afghanistan. Seit vergangenem Herbst probt man gemeinsam. Für Ibrahima Bah von "Hajusom" eine "super Erfahrung": "Ich war neugierig auf das Talent der Leute von ¸barner 16', wollte sehen, wie sie spielen."
Sie spielen wie von einem anderen Stern - Wansumu (Carsten Schnathorst), Gnilrad (Thorsten Graf), Sza (Sebastian Stuber), Elleg (Florian Busche) und ihr Chef Isor (Christian Fleck). Die Fantasienamen haben sie sich selbst verpasst. Denn im Stück sind sie "Das wissenschaftliche Orchester" der Planetenvereinigung.
Sie verstehen nur Weltraum-Bahnhof? Wollen wir doch mal erklären, wohin die Reise geht. Zur Erde. Die ist nämlich gerade entdeckt worden. Nun berät der Kongress der Planetenvereinigung, ob das neue Sonnensystem als Mitglied aufgenommen werden soll. Spezialisten werden losgeschickt, die blaue Kugel zu erforschen.
Einer von ihnen ist Hermann der Karusker vom Planeten "Träge". Gespielt wird er von Carl-Heinz "Calle" Hille. Seine Rolle hat er wie alle anderen selbst entworfen. Das Konzeptteam Felix Engel, Christoph Grothaus und Eike Swoboda hat aus den Ideen der Darsteller die Geschichte gebaut. Umgesetzt wird sie multimedial. 31 Künstler sind beteiligt - dabei ist auch Jacques Palminger von "studio braun" als Chef der Planetenvereinung.
Gerade ist Herrmann von seiner Forschungsreise zurück. Aus dem Film tritt Calle auf die Bühne. Beim "Wissenschaftlichen Orchester" die Gelegenheit für eine kleine Untermalung. Diesmal klappt der Einsatz. Der Song "Spaziergang im Gehirn" könnte ein echter Ohrwurm werden.